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uwe63




Anmeldedatum: 19.09.2008
Beiträge: 31

Wie verputzt man Wände?
Verfasst am: 07.09.2008, 18:11

Die Ausführung von Putzarbeiten hängt von der Beschaffenheit des Putzgrundes und von der Art der gewünschten Putzoberfläche ab.

Als Mörtel sind geeignet: in trockenen Räumen Kalkmörtel, in feuchten Räumen und für Außenputz hydraulischer Mörtel (Mischung 1 : 3) oder Kalkzementmörtel (Mischung 1 Teil Zement, 1,5 Teile Kalk, 8 Teile Sand).

Zementmörtel wählt man nur, wenn mit großer Feuchtigkeit zu rechnen ist, denn er lässt sich durch seine geringere Geschmeidigkeit nicht gut verarbeiten. Außerdem ist er nicht saugfähig - Kondenswasser schlägt sich als Nässe auf der Oberfläche nieder. Als Untergrund für Leimfarben ist Zementmörtel deshalb ungeeignet.

So muss der Putzgrund vorbereitet werden:

Die Art des Untergrunds ist dafür bestimmend, ob er sich ohne besondere Vorbereitung zum Putzen eignet. Mauerwerk ist ein guter Putzgrund. Vorbereitung: losen Schmutz und Staub abfegen. Zu stark wassersaugendes Mauerwerk anfeuchten. Beton- und Klinkermauerwerk sind ein schlechter Putzgrund. Vorbereitung: Vor dem Putzen mit dünnflüssigem, scharfkörnigem Zementmörtel vorspritzen. Leichtbauplatten geben einen befriedigenden Putzgrund ab. Vorbereitung: Fugen zwischen Leichtbauplattenmit Gewebe- oder Lochblechstreifen überspannen. Dann gesamte Fläche mit dünnflüssigem Zementmörtel etwa 2 mm dick vorspritzen. Zwei bis drei Stunden später Putzschicht auftragen. Gipsgebundene Leichtbauplatten mit Kalk-Gi ps-Mörtel vorputzen. Dünnflüssigen Gipsbrei erst kurz vor dem Putzen mit dem Kalkmörtel verrühren. Holz und Stahl eignen sich nur nach aufwendiger Vorbereitung als Putzgrund. Vorbereitung: Holz und Stahl vor dem Putzen mit einem Putzträger überspannen (Rohrgewebe, Drahtziegelgewebe, etc).

Liegen Holz- und Stahlbauteile in sonst gutem Putzgrund, zum Beispiel im Fachwerk, Putzträger allseitig mindestens 5 cm auf guten Putzgrund greifen lassen und dort befestigen. Größere Holzflächen (Brettverschalungen) mit Rohrgewebe überspannen. Rohrhalme quer zur Brettrichtung legen. Zusätzliche Spanndrähte pressen die Rohrhalme gegen die Schalung. Spanndrähte alle 10 bis 20 cm mit Rohr- oder Pappnägeln einmal links, einmal rechts vom Spanndraht annageln. Gewebebahnen müssen sich an den Stößen 10 cm überdecken.

Ausbessern von Putzschäden

Untergrund für den neuen Putz vorbereiten. Farbanstriche und Tapeten an den Putzrändern entfernen, Ränder gut säubern und anfeuchten. Für die Putzausbesserung möglichst gleiche Mörtelart verwenden wie beim alten Putz. Gipsmörtel nur für kleine Reparaturen in trockenen Innenräumen verwenden, weil sich die Oberfläche sonst zu stark abhebt. Durch Beimischen von Sand lässt sich das ausgleichen. Ausgebesserte Stellen in der Richtung vom alten zum neuen Putz glattreiben. Ränder mit einem weichen Pinsel abwaschen. Bei Schäden im Rohrdeckenputz ist besonders zu beachten: Stark beschädigtes Rohrgewebe ersetzen. Rohrgewebe mit Bindedraht überspannen. Bindedraht alle 10 bis 20 cm einmal links, einmal rechts vom Draht mit Rohr- oder Pappnägeln annageln.

Rohrgewebe mit Kalk-Gips-Mörtel ausdrücken oder überputzen. Nach Erstarren des Kalk-Gips-Mör-tels - er soll aber noch bildsam sein - Kalkmörtelschicht überziehen und glattreiben.

Herstellen von Pinselputz und Rappe

Beide Putzarten sind am leichtesten herzustellen. Sie eignen sich besonders für Nebenräume. Pinselputz wird nur millimeterdick aufgetragen. Er schließt zwar die Fugen, doch bleiben sie durch die Putzschicht als Mauergefüge sichtbar. Nach Anwerfen des Mörtels Oberfläche durch Überstreichen mit Bürste oder Wasserpinsel etwas glätten. Rapputz, etwa 0,5 bis 1 cm dick, ergibt gleichfalls unebene Oberflächen. Mörtelbedarf je Quadratmeter: 13 Liter.

Mörtel mit der Kelle anwerfen oder mit dem Kellenrücken andrücken. Angeworfenen Mörtel mit dem Kellenrücken andrücken, verteilen und glattstreichen. Nach leichtem Erstarren der Putzschicht Oberfläche durch Überstreichen mit Wasserpinsel oder Bürste glätten. Pinsel oder Bürste je nach Erstarrungsgrad des Mörtels anfeuchten.

Herstellen von glattem Wandputz

Glatter Putz macht mehr Arbeit und erfordert einiges Geschick. Jedoch bleibt er für bewohnte Räume unerlässlich. Er verbessert die Wärme-und Schalldämmfähigkeit, verhindert Schmutzablagerung, sieht besser aus, erleichtert das Streichen und ermöglicht das Tapezieren. Glatter Putz entsteht durch Anwerfen und Vorebnen des Mörtels, danach folgt das Reiben. Innenputz ist etwa 1,5, Außenputz 2 cm dick. Materialbedarf je Quadratmeter: für Innenputz 18, für Außenputz 24 Liter.

Für Innenputz normaler Beanspruchung verwendet man Kalkmörtel, für Außenputz und Putz, der stärkerer Feuchtigkeit und mechanischen Beanspruchungen unterliegt, Kalkzementmörtel; für Sockel Zementmörtel. Für die obere Schicht von Außenputzen ist der Zusatz eines wasserabweisenden Mittels entsprechend der Gebrauchsanweisung empfehlenswert; für das Verputzen von Gasbetonwänden ist er unerlässlich. Heißes, trockenes Wetter ist zum Putzen ungeeignet. Das Mörtelwasser verdunstet zu schnell, das Bindemittel kann nicht erhärten; der Putz sandet ab. Auch Frost führt zu Schäden.

Auftragen und Vorebnen

Mörtel mit der Kelle anwerfen, und zwar jeweils nur eine bestimmte Fläche. Ihre Größe hängt von der Saugfähigkeit des Untergrunds und damit von der Erstarrungszeit des Mörtels ab. Da das Mauerwerk zunächst meist trocken ist, wird es vor dem Anwerfen angefeuchtet; bei sehr trockenem Mauerwerk mit Hilfe des Schlauchs oder mit der Gießkanne, sonst abschnittsweise mit der Bürste. Richtwert für einen Arbeitsabschnitt: 1 Quadratmeter, das entspricht ungefähr der Länge eines großen Reibebretts, der Kartätsche.

Nach dem Anwerfen lassen sich kleine Flächen mit dem Putzbrett (etwa 10 cm x 20 cm) glätten. Größere Flächen und genaueres Arbeiten setzen eine Kartätsche voraus. Kartätsche anfeuchten (ein Putzbrett selbstverständlich auch) und zickzackartig in waagerechter und senkrechter Richtung über diePutzfläche führen. Kartätsche dabei nicht plan auf die Fläche legen, sondern leicht ankanten, also an einer Längsseite etwas anheben. Somit stößt nicht die Vorderkante die Unebenheiten weg, sondern die Hinterkante ebnet sie ein. Hat der Mörtel angezogen (höherer Erstarrungsgrad), Kartätsche voll auflegen und kreisförmig, bei einigem Druck, über die Putzfläche führen. Verbliebene Hohlräume nachputzen.

Reiben der Putzfläche

Durch die Kartätsche erhält die Oberfläche ihre Ebenheit, durch das Reiben ihre Glätte. Mit dem Reiben beginnen, wenn der Mörtel erstarrt ist, also nicht mehr am Reibebrett klebt, dabei aber noch genug Bildsamkeit hat, so dass er sich etwas verziehen lässt. Zu frisch geriebener Putz reißt oder fällt ab, zu spät geriebener bindet an der Oberfläche nicht mehr, sandet ab. Beim Reiben das Putz- oder Reibebrett vollflächig gegen die Putzfläche drücken und kreisförmig führen. Wenn nötig, Reibebrett und Putz anfeuchten.

Filzen der Putzfläche

Besonders glatte Putzoberflächen - etwa für Wohnraumdecken - erzielt man durch Filzen. Dazu braucht man ein Reibebrett, auf das man mit Gips eine mindestens 1 cm dicke Filzplatte aufklebt. Putzfläche mit Weißkalkschlämme (Weißkalkmilch) einstreichen Lind unmittelbar danach, also feucht, verreiben.

Putzen großer Flächen und Kanten

Bei großen Flächen 20 cm breite Mörtelstreifen im Abstand der Kartätschenlänge - als Lehren vorputzen und sorgfältig ebnen. Ebenheit der gesamten Fläche gegebenenfalls waagerecht und senkrecht mit einem Richtscheit (längeres gerades Brett) überprüfen. Beim Putzen der verbliebenen Felder dienen die Mörtelstreifen als Führungslehren für die Kartätsche. Bei geraden Putzkanten (Ecken) erleichtert eine Lattenlehre die Arbeit. Lattenlehre senkrecht und entsprechend der Putzdicke befestigen. Zum Anbringen eignen sich Putzhaken am besten. In Öffnungen lassen sich die Latten durch Verspreizen mit Brettstücken festklemmen. Lattenlehren vor dem Putzen stets gründlich anfeuchten. Putzkanten, die durch ihre Lage leicht beschädigt werden können (Hausecken, Türöffnungen), rundet man nach Entfernen der Lattenlehren leicht ab. Vorteilhafter ist das Einsetzen von Eckenschutzschienen. Entsprechende Löcher für die Halterungen ausstemmen, mit Mörtel füllen und die Schiene andrücken. Richtige Stellung beachten Anschlusskanten bündig putzen.

Putzanschlüsse an Holz

Holz quillt und schwindet, deshalb soll es nicht unmittelbar an frischen Putz stoßen. Türbekleidung und Fußleisten so anbringen, dass sie auf dem Putz liegen. Zwischen Fensterbrett (aus frischem Holz) und Putz eine Dehnungsfuge lassen. Dazu vor dem Putzen an der Leibung eine Glasscherbe auf das Fensterbrett legen und diese nach dem Putzen entfernen.
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Tags: verputzen, putz, verputzt, wände, ausbessern, gips

 
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