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uwe63




Anmeldedatum: 19.09.2008
Beiträge: 31

Wie tapeziert man richtig?
Verfasst am: 08.07.2008, 18:46

Eigentlich ist tapezieren ganz einfach, wenn man die richtigen Werkzeuge zur Verfügung hat und einige Dinge beachtet.

Zum Tapezieren braucht ihr folgende Werkzeuge:

- ein Tapeziermesser
- eine Leiter
- eine Deckenbürste
- einen Zollstock
- ein Lot
- eine große stabile Schere
- einen Nahtroller
- einen Bleistift
- eine Tapezierbürste

und eventuell noch:
- eine Reißschiene
- einen Winkel

Berechnung des Tapetenbedarfs

Ais nächste müsst ihr euren Tapetenbedarf berechnen. Dazu misst man den Raumumfang (Seitenlängen des Raums zusammenzählen) in Metern. Am besten rundet ihr immer etwas auf. Anschließend misst ihr die Raumhöhe, Fenster- und Türflächen werden bei der Berechnung nicht berücksichtigt, weil ihr die überzähligen Tapetenbahnen für eventuell anfallenden Verschnitt benötigt. Tapeten werden in Rollen verkauft. Das Einheitsmaß der sogenannten Europarolle beträgt 10,5m Länge und 53cm Breite.

Nehmen wir an, der Raumumfang beträgt 6m und die Raumhöhe liegt beträgt 2,30m. Wenn ihr beide Maße miteinander multipliziert, dann erhaltet ihr die Fläche, die ihr tapezieren wollt. Sie beträgt bei diesem Beispiel 13,8qm. Die Fläche einer Europarolle, (15,05 x 0,58m) beläuft sich auf 5,33qm. Wenn ihr nun die Raumfläche durch die Fläche der Tapetenrolle teilt (13,8 durch 5,33qm), erhaltet ihr die Anzahl der Rollen, die ihr einkaufen müsst.

Tapeten mit Kleister einstreichen

Bevor Ihr die einzelnen Bahnen zuschneidet, empfiehlt es sich, zwei Rollen nebeneinander zu halten, um den Musteransatz und die Farbgleichheit zu überprüfen.

Danach messt ihr die exakte Raumhöhe aus. Es ist sinnvoll, pro Bahn etwa 5-8 cm zum tatsächlichen Maß hinzuzurechnen, damit ihr sauber und exakt tapezieren könnt.

Nun legt ihr die erste Rolle mit dem Muster nach oben ausgerollt auf den Tapeziertisch. Der Rest der Rolle liegt am Boden. Übertragt nun das ermittelte Maß mit einem kurzen Bleistiftstrich auf die Tapete. Jetzt nehmt ihr den Winkel zur Hand, zieht eine Bleistiftlinie über die gesamte Breite der Rolle und schneidet die erste Bahn ab.

Die erste Bahn anbringen

Schneidet die benötigten Bahnen mit einer Schere oder einem Tapetenmesser in der erforderlichen Länge zu.

Alle zugeschnittenen Bahnen liegen übereinander. Habt ihr die einzelnen Bahnen durchnummeriert, liegt die höchste Nummer obenauf. Jetzt schlagt ihr alle Tapetenbahnen zur Mitte ein und wendet sie sie so, dass die Rückseite nach oben kommt. Auf diese Weise lassen sich alle Bahnen auf einmal leicht umdrehen und wieder auf den Tapeziertisch legen Die eingeschlagenen Seiten werden wieder vorsichtig nach außen geklappt.

Die Hinterkanten der Bahnen sollen mit der Tischkante abschließen. Die oberste Bahn jedoch steht einige Millimeter zur Vorderkante des Tisches über. Dies verhindert beim folgenden Enkleistern, dass sich die Kanten durch wiederholt aufgetragenen Kleister vollsaugen und einreißen.

Tapetenkleister wird in Pulverform angeboten und muss mit Wasser angesetzt werden. Hat der Kleister die richtige Konsistenz, könnt ihr ihn mit einer Deckenbürste auf die erste Tapetenbahn auftragen.

Bereits tapezierte Wände müssen eingekleistert werden, sofern die alte Tapete fest haftet. Ist dies nlcht der Fall, müsst ihr die alte Tapete entfernen, die Wand gut säubern und anschließend ebenfalls einkleistern.

Eine eingekleisterte Tapetenbahn ist gewichtig und lässt sich nur schwer transportieren. Deshalb schlägt man sie von oben und von unten ein. So zusammengelegt muss die Bahn dann noch etwa 10 Minuten lang einweichen.

In der Zwischenzeit könnt Sie Ihre Wand ausloten, denn selten sind die Wände eines Raumes senkrecht. Verwendet dazu ein Senklot. Haltet es über dem Kopf an der Wand an. Lasst es auspendeln und nehmt dann mit dem Bleistift Markierungen vor. Diese befinden sich etwa eine Tapetenbahnbreite von der Raumecke entfernt, an der ihr zu tapezieren beginnt. Tapeziert immer von der Fensterwand, also von der hellsten Wandfläche aus, in Richtung Zimmertür, dort wo es am dunkelsten ist. So seht ihr im Sonnenlichteinfall keine Stoßkanten. Mit der ersten Bahn könnt ihr euch an den aufgezeichneten Markierungen orientieren und genau senkrecht tapezieren. Alle weiteren Bahnen werden so schief oder so gerade wie die erste.

Die durchweichte Tapetenbahn legt ihr euch über den abgewinkelten linken Arm. Zieht den oberen 2/3 Umschlag langsam auf, wenn ihr auf der Leiter steht.

Nun wird die Tapete an den Senkrechtmarkierungen vom Fenster aus beginnend angesetzt. Die Oberkante steht dabei ca. 2 cm in die Decke hinein. Streicht die Bahn von oben nach unten und von der Mitte nach außen mit einer Tapezierbürste glatt. So verhindert ihr, dass sich Blasen bilden.

Der überstehende Verschnittstreifen wird mit dem flach abgewinkelten Scherenrücken in die Ecke gedrückt und markiert. Die Markierung nehmt ihr aber erst vor, wenn die Bahn tatsächlich im oberen Teil blasenfrei und senkrecht sitzt und ihr geprüft habt, dass ihr auch am unteren Bahnende noch genügend Überstand habt.

Anschließend wird die Tapetenbahn etwas von der Wand abgezogen, der Verschnittstreifen wird entlang der Markierung mit einer Schere abgeschnitten. Danach drückt ihr die Bahn in ihre endgültige Position.

Der Bahnabschluss erfolgt in entsprechender Weise, wie an der Decke. Das Bahnende wird an die Fußbodenleiste gedrückt, dann wird der Überstand wieder markiert und abgeschnitten.

Bei gemusterten und nicht zu dünnen Papiertapeten ist es üblich, die Tapetenbahnen auf Stoß zu arbeiten; das heißt, an beiden Seiten der Tapetenbahn wird die Stoßkante abgetrennt. Dazu zieht ihr die eingekleisterte Bahn an die Kante des Tapeziertisches, an der ein Stahllineal montiert ist. Entlang der Stahlkante könnt ihr mit dem Tapeziermesser sauber die Stoßkanten der Tapeten abtrennen. Wenn ihr nun anschließend auf Stoß tapezieren, stoßen die Kanten zweierBahnen aneinander. Die Nahtstelle, die sich dort ergibt, könnt ihr mit einem Nahtroller andrücken. Bei Präge- oder Strukturtapeten dürft ihr aber keinen Nahtroller verwenden, da er die Tapete bzw. deren Struktur zerstören könnte.

Ihr könnt die Tapetenbahnen aber auch mit überlappter Stoßkante tapezieren. Bei dieser Arbeitsmethode verbleibt an einer Bahnseite die Stoßkante, an der anderen Seite wird sie abgetrennt. Die verbliebene Stoßkante wird dann von der folgenden Tapetenbahn überlappt. Zum Andrücken können Sie einen Nahtroller verwenden.

In Ecken oder Fensternischen wird die noch fehlende Breite ausgemessen und mit ca. 2 cm Zugabe von einer ganzen Bahn abgeschnitten. Vor allem in Ecken solltet ihr nochmals das Senklot zu Hilfe nehmen, damit nicht nur der Anschluss zur folgenden Tapete, sondern auch der Tapetensitz in der Ecke wirklich genau senkrecht ist. Jetzt muss die Tapete nur trocknen. Am besten trocknet die Tapete bei Raumtemperaturen.[/list]

Anleitungsvideo

Hier ist ein sehr schöner Beitrag von Luisa, wie sich sich im Baumarkt beraten lässt. Ihr könnt euch also schon einmal die lästige Suche nach einem Mitarbeiter sparen und erfahrt hier weitere Tipps zur Verarbeitung von Tapeten und welche Auswahl es aktuell gibt.



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Tags: tapezieren, tapeziert, richtig, fenster, ecken

 
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