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baunochmal


Anmeldedatum: 20.10.2008
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Fachwissen: Reparaturen an Holztreppen
Verfasst am: 31.12.2008, 00:28

Im Gegensatz zu den Natur- und Kunststein- sowie Metalltreppen in modernen Wohnungsbauten befinden sich in älteren Häusern überwiegend Holztreppen. Holz arbeitet, vor allem bei wechselnder Luftfeuchtigkeit. Es kann zum Sperren bzw. Verziehen einzelner Treppenteile kommen. Außerdem ist Holz sehr anfällig hinsichtlich Fäulnisbildung (Schwammbefall im Kellerbereich) und Schädlingsbefall.

Da Holz ein weicher Werkstoff ist, treten die meisten Schäden an den sich verhältnismäßig schnell abnutzenden Treppenstufen auf. Diese sind auch nicht selten die Ursache für Unfälle. Darüber hinaus sind gerade bei Altbauten durch Um- und Ausbauten oftmals Veränderungen an den Treppen erforderlich.

Mag eine Holztreppe auch ihre Nachteile haben, so ist sie dennoch nicht ohne weiteres durch eine steinerne zu ersetzen. Als Vorteil kann man z. B. bezeichnen, dass sie aufgrund des Werkstoffs Holz in vielen Fällen sogar die Möglichkeit einer Reparatur durch den Nichtfachmann bietet.

Bei Holztreppen unterscheidet man drei Grundarten:

  1. Eingeschobene Treppe - Hier werden die Trittstufen einfach in die Aussparungen der Wangen von vorn eingeschoben und befestigt. Diese Bauart findet man hauptsächlich bei Treppen in Keller- oder Bodenräumen. Sie haben keine Setzstufen, sondern sind nach hinten offen.
  2. Eingelassene Treppe - Bei dieser Art sind Tritt- und Setzstufen in die Wangen eingelassen. Das Herausnehmen der Stufen ist nur durch Entfernen einer Wange möglich. Die seitliche Trittbegrenzung ist die Treppenwange.
  3. Aufgesattelte Treppe - Hier werden Tritt- und Setzstufen meist durch Aufnageln an der vorher entsprechend der Treppensteigung ausgeschnittenen Wange befestigt. Es gibt keine seitliche Begrenzung der Stufen, außer durch das Mauerwerk.




Ist eine Treppe durch das ständige „Arbeiten" sehr ausgetrocknet oder verzogen, so dass es zu erheblichen knarrenden Geräuschen beim Begehen kommt, kann man sie spannen. Hierzu muss, bei der obersten Stufe des Treppenlaufs beginnend, die Trittstufe mit Hilfe eines Wagenhebers oder eines anderen geeigneten Druckhebels stramm nach oben gepreßt werden. Den Druckhebel setzt man am günstigsten von hinten unter die Stufe an. Ist das nicht möglich, so wird der Hebel von vorn unter den Stufenüberstand (Vorderkante) angesetzt. Nach dem Spannen wird eine Leiste nach Möglichkeit von hinten so an die Setzstufe genagelt, dass die Trittstufe nicht mehr in ihre ursprüngliche Lage zurück kann. Dann werden alle anderen Stufen in gleicher Weise gespannt. Ist das Anbringen einer Leiste von hinten nicht möglich, weil z. B. der Treppenlauf rückseitig verputzt ist, kann die Leiste auch von vorn auf die Setzstufe genagelt werden. Sie soll aber dann gekehlt sein, um die Ansicht der Trenne durch die Reparatur nicht zu verunzieren. Ein Viertelstab lässt sich dazu ebenfalls verwenden. Bei aufgesattelten Treppen kann nicht vorgespannt werden, weil man dadurch die Stufen lockert. Hier ist ein Nageln der Stufen ausreichend wirksam. Bei den eingeschobenen Trittstufen ist Abhilfe möglich, indem die alten, beschädigten Stufen von hinten durch eine neue ersetzt werden. Da diese Treppen aus Gründen der Sicherheit oftmals mit durchgehen den Ankereisenstangen unter den Trittstufen zusammengeschraubt sind, muss darauf geachtet werden, ob ein Nachspannen nötig ist.

Das Aufnageln von Brettstücken auf eine beschädigte oder ausgetretene Treppenstufe sollte möglichst vermieden und nur als kurzzeitige Notlösung betrachtet werden. Aufgenagelte Bretter können zur Stolpergefahr, besonders an den oberen Stufen, werden. Auch das seitliche Anschrauben von Auflageleisten für die Trittstufen kann nur ein Provisorium sein. Die entsprechend dicken Leisten müssen mit langen, stabilen Holzschrauben befestigt werden. Ist eine Treppenwange zu erneuern, so sollten die genauen Maße von Länge, Dicke und Breite sowie die Aufteilung für die einzustemmenden Tritt- und Setzstufenlager von der alten Wange auf die neue übertragen werden. Schon ein Tritthöhenunterschied von einem Zentimeter kann bei Treppenbenutzern, die sich an die alte Tritthöhe gewöhnt haben, zur Stolpergefahr werden. Deshalb müssen alle Stufen immer die gleiche Tritthöhe haben. Trotz präziser Arbeit ist es ratsam, vor dem Erneuern von Treppenwangen den Fachmann um Rat zu fragen.

Sehr abgetretene, aber sonst noch gute Trittstufen können durch das Vorsetzen einer Hartholzkante repariert und somit wieder begehbar gemacht werden. Da die Kante nicht über die gesamte Stufenbreite abgetreten ist, wird die Stufenvorderkante bis an die Setzstufe in der Breite der Abnutzung abgesägt oder -gestemmt. Dadurch bleiben zu beiden Seiten die Stufen in den Aussparungen der Treppenwangen, und die Reparatur ist somit einfacher.

Anstelle der abgesägten Stufenvorderkante wird nun ein entsprechendes Stück Hartholz eingepaßt und unter Leimzugabe mit Holzschrauben in die Aussparung geschraubt. Auf der Trittfläche, hinter der vorgesetzten Kante, ergibt sich zwangsläufig eine Vertiefung, weil die alte Trittfläche gegenüber der neuen Kante doch Abnutzungserscheinungen aufweist. Hier muss mit dem Hobel das neue Holz angeglichen werden. Besser ist es jedoch, wenn außerdem die Stufe mit Ausgleichsmasse geglättet und mit Fußbodenbelag belegt wird. Bei dieser Gelegenheit empfiehlt es sich, dann auch Eckschienen zum Schonen der Stufenkanten anzubringen.

Häufiger treten bei Kellertreppen Schäden durch Fäulnis und Hausschwammbefall auf. Die Ursache für diese Schäden ist fast immer eine ungenügende Belüftung des Treppenbereichs. Freiräume unter Treppen in Kellern sind gern genutzte Lagerflächen oder -kammem. Man darf sie aber nur so nutzen, dass die unbedingt erforderliche Luftzirkulation für die Treppe gewährleistet bleibt. Das Lagern von nassen oder feuchten Gegenständen an Holztreppen sollte aus den gleichen Gründen unterbleiben.
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Tags: holztreppen, holz, treppe, reparatur, treppen

 
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