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baunochmal
Anmeldedatum: 20.10.2008 Beiträge: 96
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Fachwissen: Probleme beim Farbspritzen
Verfasst am: 20.12.2008, 05:09 |
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Farbspritzen ein Problem?
Die meisten Heimwerkerspritzgeräte, vor allem die Niederdruckgeräte, sind so konstruiert, dass sie kaum einer Wartung bedürfen und daher fast störunanfällig sind. Selbst Hochdruckverdichter benötigen nur eine geringe Pflege. Wer also Schwierigkeiten beim Farbspritzen hat, sollte nicht als erstes das Spritzgerät auseinandernehmen, wie das leider in den meisten Fällen geschieht, sondern zunächst die Umweltbedingungen prüfen. Am besten geht man wie nachfolgend beschrieben vor.
Messen der Lufttemperatur
Dies kann durch ein im Schatten aufgehängtes Zimmerthermometer geschehen. Die Hersteller der Anstrichstoffe geben als günstigste Verarbeitungstemperatur 20 °C ± 2 °C an. Ist die gemessene Temperatur höher, spielt das keine Rolle. Man muss sie nur beim Einstellen des Anstrichstoffs berücksichtigen. Oft erhält man sogar einen günstigeren Verlauf des Anstrichstoffs und damit eine bessere Oberfläche.
Ist sie dagegen niedriger, setzen die Probleme ein. Zwar gibt es Anstrichstoffe, die bis zu Temperaturen von +5 °C verarbeitet werden dürfen, sie stehen aber dem Heimwerker kaum zur Verfügung. Als niedrigsten Grenzwert sollte man deshalb eine Temperatur von 15 °C annehmen, wobei der Anstrichstoff selbst eine Temperatur von 20 °C haben muss. Er kann notfalls in einem Wasserbad erwärmt werden. Wird zu kalter Anstrichstoff auf die vorgeschriebene Spritzviskosität verdünnt, treten folgende Anstrichfehler auf:
Feststellung der Luftfeuchte
Hierfür kann man ein Haarhygrometer benutzen (oft mit einem Barometer als Zimmergerät auf einem gemeinsamen Untersatz montiert). Als oberer Grenzwert für Luftfeuchte gelten 80 % relative Luftfeuchte. Dieser Wert kann an dem genannten Instrument direkt abgelesen werden. Wer kein Meßgerät besitzt, sollte bei nebligem oder diesigem Wetter bzw. starker Schwüle nicht spritzen. Logischerweise dürfen die zu beschichtenden Oberflächen ebenfalls nicht feucht sein (Tau in den Morgenstunden!). Die durch zu hohe Feuchte entstandenen Anstrichschäden treten erst nach einer gewissen Zeit in Erscheinung und äußern sich durch
- Abblättern des Anstrichfilms
- punktförmige Unterrostung
- Anlaufen des Anstrichfilms bzw. Bildung eines grauen Belags.
Beurteilung der Luftbewegung
Zur Messung kann der Laie eine Fadensonde aus einem Wollfaden benutzen. Diesen hängt man frei auf und kann aus seiner Bewegung auf Windstärke und Windrichtung schließen. Im allgemeinen sollte man möglichst windstilles Wetter für das Farbspritzen bevorzugen. In Verbindung mit dem aufgewirbelten Staub können folgende Schäden durch zu hohe Luftbewegung auftreten:
- Störung der Filmbildung bei Reaktionslacken
- Verunreinigung der frisch gespritzten Oberfläche (kann auch bei nicht ordnungsgemäß aufbereiteten Anstrichstoffen entstehen, deshalb gut aufrühren und sieben).
Sind alle Umweltbedingungen in Ordnung und es kommt trotzdem kein einwandfreier Lackauftrag zustande, überprüft man als nächstes den Drucklufterzeuger. Ohne Meßgeräte ist das nicht ganz einfall. Geht man hier aber systematisch vor, findet man eine eventuelle Fehlerquelle sehr schnell. Als Störungen können auftreten:
Nachlassen des Luftstroms
Eine der häufigsten Ursachen für das Nachlassen des Luftstroms ist eine verwundene oder geknickte Schlauchleitung zwischen Verdichter und Spritzpistole. Hierdurch kann nicht nur der Lackauftrag verdorben werden, sondern auch ein großer Rückstau der Druckluft entstehen. Letzteres kann so weit gehen, dass der Antriebsmotor des Verdichters überlastet wird und zu Schaden kommt. Deshalb muss hier sofort Abhilfe geschaffen werden. Alle Verdichter besitzen einen Ansaugfilter. In ihm werden die mit der Luft angesaugten Schmutzpartikeln, und wenn er zu nahe an der Spritzstelle steht, auch Farbpartikeln abgefangen. Diese setzen den Filter zu und verringern den angesaugten Luftstrom. Die Kontrolle ist einfach. Man schraubt den Filter ab und kontrolliert die Filtermasse auf Verschmutzung. Je nach Beschaffenheit muss diese ausgewaschen oder ausgewechselt werden. Auch das Filtergehäuse ist zu säubern. Bei einem verringerten Luftstrom treten folgende Störungen auf:
- Die Zerstäubung wird gröber.
- Die Oberfläche zeigt einen sogenannten Apfelsinenschaleneffekt.
- Bei zu starkem Nachlassen kommt überhaupt kein Spritzvorgang zustande.
Luftstrom und Enddruck hängen in bestimmtem Maße voneinander ab. Es kann aber der Fall eintreten, dass der Luftstrom noch groß genug erscheint, aber der Druck merklich nachgelassen hat. In diesem Fall kann beim Hochdruckverdichter das Ausblasventil verschmutzt (evtl. mit Ölkohle versetzt) sein. Dadurch ist die volle Öffnung nicht mehr gewährleistet, und der Enddruck sinkt ab. Hier muss man das Ventil reinigen und anschließend den Ölstand im Gehäuse kontrollieren. Wenn letzterer zu hoch ist, fördert der Verdichter zu viel Öl, und die Störung tritt nah kurzer Zeit wieder auf. Beim Niederdruckverdichter (Rotationsverdichter) kann eine Ursache für das Nachlassen des Drucks sein, dass ein oder mehrere Schieber in der untersten Stellung festgeklebt sind. Dadurch wird die Luft nicht mehr ordnungsgemäß verdichtet. Die Schieber sind nach Vorschrift leicht zu ölen. In der Regel gibt man einige Tropfen Öl auf den Ansaugfilter. Anschließend einige Minuten leer laufen lassen, bis die volle Verdichtung wieder erreicht ist.
Die auftretenden Anstrichfehler sind die gleichen wie beim Nachlassen des Luftstroms. Erst wenn alle diese Störfaktoren überprüft worden sind und immer noch kein einwandfreier Farbauftrag zustande kommt, beginnt man mit der Überprüfung der Spritzpistole und des -Zerstäubungsvorgangs. Dabei sollte man sich streng an die nachstehende Reihenfolge halten. Sie ist aus langjähriger Erfahrung gewonnen und verhindert unnütze Demontage des Spritzgeräts. Bei dieser Zusammenstellung wurde Wert darauf gelegt, alle möglichen Störungen zu erfassen und damit eine wirkungsvolle Ergänzung zu den speziellen Bedienungsanleitungen zu schaffen. Man sollte beim Gebrauch weiter bedenken, dass der Leitfaden für alle Arten von Farbspritzpistolen gilt, also für Hoch- und NiederdruckSpritzpistolen. Die geforderten Handgriffe sind einfach und erlernbar. _________________
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