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baunochmal


Anmeldedatum: 20.10.2008
Beiträge: 96

Fachwissen: Farbspritztechnik
Verfasst am: 18.12.2008, 18:48

Farbspritzen zu Hause, womit ist das möglich? Diese Frage wird oft gestellt weil der Wunsch nach Erhaltung und Verschönerung der Wohnung, der Garten- oder Campingeinrichtung viele zu Farbtopf und Pinsel greifen lässt. Um diesem Wunsch Rechnung zu tragen, sind Verfahren und Geräte erforderlich, die in ihrer Anwendung einfach sind und die der Laie ohne große Anlernzeit beherrschen kann.

Außerdem sich diese Leistungen je nach Örtlichkeit, Größe des Objekts, Geschicklichkeit des Ausführenden und Art des verwendeten Anstrichstoffs. Meist liegen sie zwischen 30 und 50 % der Nennleistungen.

Richtiges Farbspritzen

Zum Farbspritzen gehört doch etwas mehr als nur die Betätigung des Fingerhebels und das Führen der Spritzpistole über das Werkstück. Deshalb soll hier nicht nur der eigentliche Farbspritzvorgang erläutert, sondern auch auf die Vorbereitungs- und Abschlußarbeiten hingewiesen werden, um zu einem effektvollen Farbauftrag zu gelangen. Gerade die Frage: „Wann lohnt sich das Farbspritzen (besser, das Spritzen von Anstrichstoffen)?" soll gründlich durchdacht werden. Wenn beispielsweise die Vorbereitungs- und Abschlußarbeiten mehr Zeit in Anspruch nehmen als der reine Farbspritzvorgang, dann ist der Pinsel effektiver.


  1. Vorbereitung der Spritzarbeiten
  2. Ausführung der Spritzarbeiten
  3. Beendigung der Spritzarbeiten.


Vorbereitung der Spritzarbeiten

Zu diesem Arbeitsgang gehören die Vorbereitungen der Geräte, der Werkstücke und des Anstrichstoffs.

Vorbereitung der Geräte

Begonnen wird mit dem Zusammenbau des Spritzgeräts entsprechend der Gebrauchsanweisung. Danach folgt eine Funktionsprobe ohne Einfüllen von Anstrichstoff. Eine Ausnahme bildet jedoch die elektrische Spritzpistole.
Diese darf nur mit Anstrichstoff erprobt werden, weil im Trockenlauf sofort die feine Passung der Farbpumpe zerstört würde und damit das Gerät nicht mehr einsatzfähig wäre. Für einige Spritzgeräte ist sogar vor der Verwendung Ölen
vorgeschrieben. Zur Vorbereitung gehört auch die richtige Auswahl der Düsengröße entsprechend der Viskosität des Anstrichstoffs. Hierzu sind Hinweise in der Gebrauchsanweisung enthalten. Bei den Hochdruckspritzpistolen sind sogar sogenannte Düsenratgeber in der Gebrauchsanweisung enthalten. Im allgemeinen sind die Spritzgeräte mit der optimalen Düse ausgestattet, worauf sich auch hier alle genannten Angaben beziehen. Besonderes Augenmerk ist in der Vorbereitung auf absolute Sauberkeit zu legen. Alle mit dem Anstrichstoff in Berührung kommenden Teile wie auch die Druckluftschläuche sind auf Wasser- oder Ölreste zu überprüfen.

Vorbereitung der Werkstücke

Wer einen guten, haftfesten Anstrich erzielen will, muss große Sorgfalt auf die Vorbereitung der zu spritzenden Flächen legen. Alle alten, nicht mehr fest anhaftenden, rissigen oder sonst irgendwie beschädigten Anstriche sind zu entfernen (Abschleifen, Abbeizen, Abbrennen usw.). Metallische Untergründe sollten nach Möglichkeit metallisch rein sein, d. h., es dürfen keine Korrosionsrückstände mehr anhaften« Aber auch Fette, Öle, Schmutzkrusten und Feuchtigkeit sind restlos zu beseitigen bzw. zu trocknen. Unmittelbar vor dem Spritzen ist der letzte Staub abzublasen. Das erfolgt entweder mit der Spritzpistole oder mit einer Ausblaspistole, die jetzt ebenfalls im Handel erhältlich ist.

Zur Vorbereitung der zu spritzenden Flächen gehört auch, dass diese gut zugänglich sind und so liegen, dass der Anstrichfilm gut verlaufen kann. Stehende Flächen lassen sich zudem noch schlechter spritzen. Wo die Möglichkeit besteht, sollen alle großflächigen Werkstücke auf Böcke gelegt und liegend gespritzt werden. Für kleinere Gegenstände müßten dann Leisten oder Roste über die Böcke gelegt werden. Dort, wo nur Teilflächen zu lackieren sind, müssen die übrigen Flächen abgeklebt (abdecken) werden.

Hierzu eignen sich handelsübliche Klebstreifen aus Kreppapier. Auch Fenster lassen sich spritzen. Zum Abdecken der Scheiben verwendet man Zeitungspapier, das mit einem Schwamm angefeuchtet wird. Das Papier wird vorher auf Größe geschnitten oder gefaltet und haftet durch did Feuchtigkeit. Es darf aber nur wenig feucht sein, um den Anstrichfilm nicht zu beeinträchtigen. Es ist sofort nach dem Spritzvorgang zu entfernen.

Vorbereitung des Anstrichstoffs

Zuerst ein allgemeiner Hinweis zur Spritzviskosität. Bei den meisten Interessenten besteht eine falsche Meinung, dass sich mit Heimwerker- oder NiederdruckSpritzgeräten nur niederviskose Anstrichstoffe verspritzen lassen. Versuche im Institut für Lacke und Farben haben das Gegenteil bewiesen, denn alle Anstrichstoffe benötigen fast die gleiche Auslaufzeit wie beim Hochdruckspritzen. Zu stark verdünnte Anstrichstoffe ergeben keine deckende Schicht und neigen zur Bildung von „Läufern" oder „Farbnasen" und sonstigen fehlerhaften

Oberflächen. Wenn für ein Gerät z. B. eine maximale Auslaufzeit für den zu verspritzenden Anstrichstoff von 40 Sekunden angegeben wird, bedeutet das, dass alle vom Hersteller entsprechend gekennzeichneten Anstrichstoffe mit Auslaufzeiten bis zu 40 Sekunden mit diesem Gerät verarbeitet werden können. Es bedeutet aber nicht, dass Anstrichstoffe, die mit höheren Viskositäten zu verspritzen sind, auf diese 40 Sekunden Auslaufzeit verdünnt werden sollen. In diesem Fall kann eben dieser Anstrichstoff nicht mit dem Gerät verarbeitet werden.

Die Vorbereitung des Anstrichstoffs soll unmittelbar vor dem Farbspritzen erfolgen. Als erstes ist der Anstrichstoff gut umzurühren, um alle eventuell am Boden abgesetzten Pigmente zu verteilen. Hat sich eine Haut gebildet, ist diese vorsichtig und restlos zu entfernen. Reste davon verstopfen schnell die Farbdüsen.

Als Sieb kann ein Stück Gaze, ein Stück Gardine o. ä. benutzt werden. Die Maschenweite sollte nicht zu fein, aber auch nicht zu grob sein. Am besten bewährt haben sich Siebe mit einer Maschenweite, die der Hälfte der Dilsenbohrung entspricht.

Die benötigte Menge Anstrichstoff ist grob einzuschätzen und insgesamt in einem Gefäß vorzubereiten. Reicht der Farbansatz nicht aus, erhält man meist Farbtonunterschiede. Zum Spritzen benötigt man für die gleiche Flächengröße mehr Anstrichstoff als beim Streichen. Beim Spritzen erreicht man etwa 2/3 dieser Werte, weil ein Teil durch überschüssige Farbnebel danebengespritzt wird. Das Einstellen der Viskosität erfolgt erst nach dem Aufrühren und Durchsieben des Anstrichstoffs. Gewöhnlich wird sie in der Beschreibung des Geräts als Auslaufzeit angegeben. Mit dieser Angabe kann der Heimwerker wenig anfangen. Die Meßmethode besteht darin, dass man die Zeit mißt, in der 100 cm3 Anstrichstoff aus einem Meßbehälter auslaufen. Eine solche Meßeinrichtung ist zu kostspielig für einen gelegentlichen Einsatz, und außerdem sind die Meßgeräte im Handel nicht erhältlich. Für den Heimwerker reicht eine Behelfseinrichtung aus. Ein Trichter der oberen Öffnung 53 mm, Inhalt etwa 66 cm3) wird in einen Drahtbügel gehängt, der auf ein Brett montiert ist. Den schrägen Auslauf des Trichters kürzt man durch einen geraden Schnitt auf eine Länge von 82 mm. Unter dem Trichter sammelt sich der Anstrichstoff in einer flachen Konservendose. Zur Messung der Auslaufzeit eignet sich eine Armbanduhr mit einem großen Sekundenzeiger. Mit dem Zeigefinger der linken Hand hält man die untere Öffnung des Trichters zu und füllt den Anstrichstoff genau bis zum oberen Rand ein. Dann wird die Zeit des Auslaufens bis der Faden abreißt, d. h. der geschlossene Strahl in Tröpfchen zerfällt, gemessen. Die Auslaufzeit muss 2/3 der in der Bedienungsanleitung genannten Zeit betragen. Ist die gemessene Viskosität zu hoch, wird Verdünnung (wenig!) zugesetzt und der Vorgang wiederholt. Das Diagramm erleichtert die Umrechnung.

Wem die beschriebene Meßmethode zu kompliziert erscheint, muss die richtige Viskosität durch Versuche ermitteln. Hierzu füllt man eine geringe Menge Anstrichstoff in die Spritzpistole und fertigt ein Spritzbild an (aus der Entfernung von etwa 25 cm auf ein Stück Karton, Blech oder eine glatte Unterlage). Erscheint die Zerstäubung nicht fein genug, setzt man eine geringe Menge Verdünnung zu und macht die Probe noch einmal. Dieser Vorgang ist so lange zu wiederholen, bis die Viskosität ausreicht. Gewarnt sei davor, gleich beim ersten Mal zuviel Verdünnung zuzugeben. Zu sehr verdünnter Anstrichstoff lässt sich kaum wiederverwendbar machen. Außerdem ist es ein weitverbreiteter Irrtum, dass beim Niederdruckspritzen der Anstrichstoff sehr dünn sein muss.

Wenn die entsprechende Viskosität erreicht ist, notiert man die Werte und hat ein Richtmaß. Doch jede Lackart besitzt ihre Eigenheit und muss untersucht werden. Außerdem haben gleiche Anstrichstoffe oft unterschiedliche Lieferviskositäten, je nach Lagerzeit. Es ist dann entsprechend mehr oder weniger Lösungsmittel dazuzugeben.

Nach dem Einstellen der Verarbeitungsviskosität sollte das Gefäß stets gut verschlossen sein, damit keine Verunreinigungen hineinfallen können. Ratsam ist ein nochmaliges Umrühren und Durchsieben des Anstrichstoffs vor dem Einfüllen in den Becher der Spritzpistole. Dazu sollte man auf den Becher ein Sieb legen mit entsprechend feiner Maschenweite (etwa 1/4 bis 1/3 der Düsenbohrung).

Um die richtige Strahlbildung kontrollieren zu können, spritzt man einen Probeabdruck. Hierzu hält man eine Glasplatte von etwa 150 mm x 150 mm Größe in einem Abstand von 100 mm vor die Düse und öffnet diese kurz. Aus dem Abdruck lässt sich sowohl die Feinheit der Zerstäubung und damit die richtige Vorbereitung des Anstrichstoffs als auch die richtige Ausbildung des Strahls und damit der Düsenbeschaffenheit kontrollieren.

Flachstrahlers quer zur Bewegungsrichtung. Hierzu lockert man die Überwurfmutter und dreht die Luftklappe um 90°.


  1. Nicht voll gedeckte Stellen (mattglänzend) werden nachlackiert. Dabei ist das Farbventil nicht voll aufzuziehen und die Spritzpistole niemals voll auf diese Stelle zu richten, sondern darüber hinwegzuführen.
  2. An einzelnen Stellen zu dick aufgetragenen Lack saugt man mit einem trockenen Ringpinsel auf.
  3. Ein zweiter Anstrich darf erst dann erfolgen, wenn der erste einen bestimmten Trocknungsgrad erreicht hat. Das dauert in der Regel 2 bis 4 Stunden. (Die Verarbeitungsvorschriften des Herstellers sind unbedingt zu beachten.)
  4. Nicht alle Anstrichstoffe lassen sich mit den verschiedenen NiederdruckSpritzgeräten verarbeiten. Genaue Angaben darüber enthalten die Bedienungsanleitungen.


Ausführung der Spritzarbeiten

Beim pneumatischen Farbspritzen (das Niederdruckspritzen gehört dazu) ist das Auftragen im Kreuzgang die günstigste Technologie. Dabei wird die Spritzpistole zuerst waagerecht zum Werkstück geführt und dieses angenebelt. Es entsteht mit dem ersten Auftrag noch kein deckender Anstrichfilm. In der Regel nebelt man auf diese Weise zunächst eine Fläche von etwa 1 m2 vor. Anschließend wird die Pistole senkrecht zum Werkstück geführt und damit ein satter Lackauftrag erreicht. Zu beachten sind folgende Einzelheiten:


  1. Die Spritzpistole ist stets im rechtenWinkel zum Werkstück zu halten.
  2. An den Wendepunkten wird das Spritzen unterbrochen (Loslassen des Fingerhebels).
  3. Das Spritzen der einzelnen Arbeitsgänge erfolgt durch Einstellen des


Was kann man spritzen?

Am besten eignen sich großflächige Werkstücke, Flächen in Räumen oder Gebäuden usw. Hier treten die geringsten Farbverluste und die größte Arbeitszeiteinsparung auf. Bei großen Flächen wird die Spritzpistole auf Flachstrahl eingestellt und ein Kreuzgang gespritzt. Der Heimwerker hat jedoch in der Regel kleinere Flächen. Aber auch diese lassen sich ohne weiteres lackieren. Hierzu ist der Strahl auf Rundstrahl einzustellen, um möglichst geringe Spritznebelverluste zu erhalten. Gut eignet sich dazu eine kleine Düsenbohrung.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Spritzwinkel von Pistole zum Werkstück. Ist dieser richtig gewählt, so lässt sich auch ein Gartenzaun spritzen, ohne dass wesentlich größere Lackverluste entstehen.

Drahtgitter, Werkstücke unter 100 mm Kantenlänge — wenn es nicht mehrere sind, die zu einer geschlossenen Fläche zusammengelegt werden können —, sollte man grundsätzlich streichen. Hier sind die Materialverluste zu groß

Welche Anstrichstoffe lassen sich verspritzen?

Für das pneumatische Spritzen im umfassenden Sinn gibt es kaum Grenzen. Es ist das universellste Verfahren zum Auftragen von Anstrichstoffen überhaupt. Aber für den Heimwerker sind Grenzen gesetzt. Die Ursache hierfür ist die mögliche Antriebsleistung der Geräte, die durch den Anschluß an das haushaltsübliche Elektroenergienetz bedingt ist. Die für den Hausgebrauch benötigten Anstrichstoffe lassen sich aber , alle verarbeiten. Es sind:


  1. wasserverdünnbare Anstrichstoffe, wie Kalk- und Leimfarben, PVAcLatex, Kulbalat usw.
  2. Lackfarben, wie Nitro- und Nitrokombinationslacke, NCKlar- und NCPolierlacke, Alkydharzlackfarben (lufttrocknend) und Öllackfarben; unter Beachtung einer genauen Verarbeitungsvorschrift auch Vinoflex (PC), Chlorbuna- und Chlorkautschuklackfarben
  3. Pflegemittel, wie Exprotekt, Elaskon, Korrosionsschutzöle, Autopflegemittel
  4. Bautenschutzmittel, wie Imprägniermittel, Insektizide, Desinfektionsmittel


Ein gut deckender, über längere Zeit haltbarer Anstrichfilm erfordert eine Schichtdicke von 100 bis 120 gm (0,1 bis 0,12 mm). Dieser lässt sich in der Regel nur mit dreimaligem Spritzen erreichen (Grund- und Decklack). Als Faustregel gilt beim pneumatischen Farbspritzen für einen einmaligen Spritzgang: Trockenschichtdicke = Auslaufzeit, d. h., es lässt sich bei einer Auslaufzeit von 35 Sekunden eine Trockenschichtdicke von 35 um (0,035 mm) erzielen.

Für einen neuen Anstrich werden demzufolge drei solche Schichten benötigt. Bei Anstricharbeiten auf alten Anstrichen, die noch gut deckend und fest sind, kommt man gewöhnlich mit zwei Schichten aus (1mal Grund, 1mal Decklack). Hier kann der alte Anstrich in das Gesamtsystem einbezogen werden. Man beachte aber in jedem Fall die Vorschriften der Anstrichstoffhersteller.

Wie hoch ist der Luftdruck beim Spritzen zu wählen?

Bei NiederdruckSpritzgeräten ist der Luftdruck durch die Gerätekonstruktion bedingt und lässt sich nicht verändern. Es werden aber auch Hochdruckverdichter angeboten, deren Endstufen bei 0,6 bis 0,8 MPa und noch höher liegen und vom Hersteller als Farbspritzverdichter bezeichnet werden. Zum Spritzen sollte der Luftdruck auf 0,3 bis 0,4 MPa eingestellt werden. Diese Höhe ist in allen Bedienungsanleitungen für HochdruckSpritzpistolen als günstig angegeben.

Die HochdruckSpritzpistolen sind zwar nach für einen maximalen Betriebsdruck von 0,6 MPa ausgelegt, das heißt aber nicht„ dass man ihn voll einstellt, im Gegenteil. Ab 0,5 MPa sinkt die Spritzleistung wieder ab, und der Farbverlust steigt an. Eine bessere Zerstäubung und damit eine qualitativ hochwertige Oberfläche werden ebenfalls nicht erreicht. Leider verursachen diese Angaben immer wieder Verwirrungen undführen nicht selten zu Mißerfolgen.

Eine weitverbreitete und ebenso irrige Meinung ist, dass für das Farbspritzen nur der Enddruck des Verdichters maßgebend ist. Dem ist unbedingt zu widersprechen. Das Luftvolumen ist der Energieträger, und er spielt deshalb auch die größere Rolle. Die Luft wird in Kubikmeter je Stunde gemessen, bezogen auf den Normzustand. Die technische Maßeinheit ist m3/h i. N. (früher als angesaugte Luftmenge bezeichnet). Mit einer großen Luftmenge und einem geringen Druck lassen sich bessere Ergebnisse erzielen als mit einer geringen Luftmenge und hohem Druck. Die Grenzen für die Luftmenge liegen bei mindestens 4 m3/h i. N. und die für den Druck bei 0,01 MPa. Für die Grenzbereiche sind Spezialpistolen erforderlich, die genau auf Luftdruck und -menge abgestimmt sind

Verwendung von - Schablonen beim Farbspritzen

Wie bereits angedeutet, lassen sich aus verschiedenen Gründen nicht alle Flächen spritzen. Oft müssen sogar größere Flächen, die zu anderen nicht räumlich abgegrenzt sind, althergebracht lackiert werden (z. B. Sockel, Türrahmen, Fußböden usw.). In diesen Fällen wird empfohlen, einen 200 mm breiten Streifen mit dem Pinsel zu streichen und den Rest zu spritzen. Das erfordert aber nicht nur einen höheren Zeitaufwand, es können auch Farbansätze entstehen und damit zu Beeinträchtigungen der gesamten Fläche führen. Einfache Handschablonen wirken dem entgegen. Die Scnablone. besteht aus einem Stück Preßspanplatte oder Hartfaserpappe, etwa 600 mm x 250 mm groß, und einem Rundholz als Griff. Sie wird mit der rauhen Seite zur Spritzpistole an eine vorher markierte Linie oder an eine Kante angehalten. Die Pistole ist auf Rundstrahl zu stellen. Dann spritzt man einen Streifen von etwa 200 mm. Ist es erforderlich, kann man die Spritzpistole wieder auf Flachstrahl stellen. Die mit Anstrichstoff bespritzte Schablonenseite muss natürlich öfter gereinigt werden (Abwischen mit einem Lappen, aber nicht eintauchen in Lösungsmittel!). Wer vorher ein Werkstück mit Kreppband abgeklebt hatte, sollte dieses entfernen, bevor der Anstrichstoff antrocknet (etwa 5 Minuten nach dem Spritzvorgang). Ansonsten können ausgefranste Ränder bzw. hochstehende Kanten entstehen, die später absplittern.

Mit einigem Geschick kann man auch selbst Schablonen aus dünnem Kupferoder Zinkblech schneiden, wenn sie öfter benutzt werden (z. B. für Buchstaben, Zahlen usw.) sollen. Sie müssen ebenfalls stets sauber sein; man kann sie ohne weiteres in Verdünnung legen und dann abtrocknen.

Spritzen von Dekors

Es lassen sich mit einer Spritzpistole auch Farbeffekte erzielen, indem man die Eigenart des Spritzstrahls nutzt. Einer davon ist der fließende Übergang von einer Farbe in die andere. Zuerst wird der hellere Anstrichstoff als Grund auf die gesamte Fläche aufgespritzt. Nach dem Trocknen ist dann der dunklere so zu spritzen, dass nur die Randzone des Spritzstrahls den Übergang der beiden Farbtöne bestimmt . Bei langen Werkstücken, wie Gardinenbrettern, empfiehlt es sich, die Spritzpistole längs einer Kante zu führen, um einen gleichmäßigen Streifen zu erreichen. Reduziert man den Luftdruck bzw. die durchgesetzte Luftmenge und erhöht dazu die Viskosität des Anstrichstoffs etwas, entsteht durch die grobe Zerstäubung ein Punktmuster. Durch Verändern der genannten drei Faktoren kann man sogar erreichen, dass überhaupt keine Zerstäubung erfolgt. Der austretende Anstrichstoff kann als dünner Faden in Schlangenlinien auf das Werkstück auftreffen. Auch hierdurch entstehen reizvolle Dekors. Es lohnt sich, in dieser Richtung selbst einige "Experimente durchzuführen.

Beendigung der Spritzarbeiten

Diesem Arbeitsgang ist besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Hierzu gehört vor allem die Reinigung und Wartung der Geräte, aber auch die Trocknung der frisch gespritzten Werkstücke. Gespritzte Gegenstände sind möglichst so zu lagern oder aufzuhängen, dass man sie kaum berühren kann. Überdachte, windgeschützte Stellen sind gut geeignet, geschlossene Räume ohne Lüftung nicht. Die Trocknungszeiten einiger Anstrichstoffe können der bereits erwähnten kleinen Anstrichfibel entnommen werden. Im Handel sind aber auch Anstrichstoffe mit wesentlich niedrigeren Trocknungszeiten, z. B. Nitro- und Nitrokombinationslacke, schnelltrocknende Alkydharzlaeke, PVI usw. Maßgebend ist bei allen Anstrichstoffen die Zeit bis zum Trocknungsgrad 4. Danach ist der Anstrichfihn soweit durchgetrocknet, dass die Werkstücke ohne weiteres transportiert werden können. Zur Reinigung und Wartung der Spritzgeräte gehört das Ausschütten des Anstrichstoffs aus dem Farbbecher in einen gut verschließbaren Behälter. Er kann später zum Mischen verwendet werden. Anschließend ist der Farbbecher mit dem für den Anstrichstoff vorgeschriebenen Lösungs- und Verdünnungsmittel zu füllen (etwa ein Drittel des Inhalts). Bei allen druckluftbetriebenen Spritzpistolen hält man nun den Daumen vor die Farbdüse und zieht mit der anderen Hand den Fingerhebel auf. Die austretende Druckluft wird dadurch in die Farbdüse gelenkt und strömt unter Wirbelbildung durch den Farbkanal und den Becher aus. Vorsicht dabei! Den Deckel vom Farbbecher entfernen und möglichst weit vom Körper weghalten, da die ausströmende Druckluft Lösungsmittel- und Lackteilchen mitreißt, die leicht in Mund und Augen gelangen können. Dieser Vorgang ist erforderlichenfalls mehrmals zu wiederholen. Das hierzu benutzte Lösungsmittel kann zur weiteren Reinigung, aber auch zum Verdünnen des gleichen Anstrichstoffs wieder verwendet werden. Beim letzten Reinigungsgang wird eine geringe Menge Lösungsmittel ausgespritzt, indem man die Düse freigibt. Damit ist die Spritzpistole genügend gereinigt. Leider machen einige immer wieder den Fehler und legen die gesamte Pistole in Verdünnung. Das ist falsch! Dadurch werden nämlich die Dichtungen spröde und porös. Außerdem gelangen hierdurch Farbpigmente in die Lagerungen und Führungen, wo sie schleifend wirken. Wenn mit wasserverdünnbaren Anstrichstoffen gearbeitet wurde, ist es ratsam, die Farbdüse nach dem Durchspülen herauszuschrauben und abzutrocknen. Anschließend sollte man sie leicht einölen, um Korrosionsschäden vorzubeugen. Vor dem Herausschrauben ist der Fingerhebel ganz zurückzuziehen. Zum Herausschrauben nur den mitgelieferten Düsenschlüssel benutzen. Dadurch kann die Düse nicht beschädigt werden.

Bei hydraulischen Spritzpistolen darf die Farbdüse nicht zugehalten werden. Hier ist folgender Ablauf einzuhalten: Anstrichstoff ausgießen, Farbbecher mit Verdünnung durch Schütteln säubern, eine kleine Menge Lösungsmittel verspritzen (bis keine Pigmente mehr in der Flüssigkeit zu sehen sind) und dann einige Tropfen Öl in den Farbbecher geben und ebenfalls verspritzen. Damit ist der Pumpmechanismus genügend eingeölt. Niederdruckverdichter bzw. Heimwerkerkompressoren sind sofort nach Beendigung der Spritzarbeiten von anhaftendem Farbstaub zu säubern. Stand der Drucklufterzeuger sehr dicht an der Spritzstelle, ist der Ansaugfilter auf Verschmutzungen zu kontrollieren. Festklebender Farbstaub führt zu einer verminderten Luftleistung und damit auch Spritzleistung. Zum Reinigen sind weiche Lappen, die erforderlichenfalls mit einem- entsprechenden Lösungsmittel getränkt sind, zu verwenden. Festanhaftender Farbstaub ist Mit einem Holzspan abzustoßen. Man vermeide jedoch Gewaltanwendung.

Hochdruckverdichter benötigen mehr Pflege. Außer den zuvor genannten Ratschlägen ist bei diesen besonders darauf zu achten, dass unmittelbar nach Beendigung der Spritzarbeiten das Ventil am Druckluftreiniger (Öl- und Wasserabscheider) geöffnet wird, und zwar solange der Druckluftbehälter unter Druck steht. Dadurch wird das angesammelte Kondensat mit den Verschmutzungen am schnellsten und vollständigsten entfernt.

Abschmieren der Spritzpistolen

Nach jedem Einsatz sind folgende Stellen zu ölen:


  1. alle Stopfbuchsen
  2. die Hebellagerung
  3. die Farbdüse und Nadel, wenn eine längere Arbeitsunterbrechung bevorsteht


Die Ventilfeder von Zeit zu Zeit mit etwas Vaseline fetten. Zum Ölen genügen einige Tropfen harz- und säurefreies, dünnflüssiges Maschinenöl.

Grundsätzlich nicht mit Zangen die Spritzpistolen auseinandernehmen. Alle Teile besitzen Schlüsselflächen und können mit jedem Sortiment Maulschlüsseln herausgeschraubt werden. Bei jeder neuen Spritzpistole liegt für die Düse ein passender Schlüssel bei.

Ganz besonders nachteilig ist das Fassen der Farbdüse mit einer Flach- oder Kombizange. Beim Abgleiten wird unweigerlich die Öffnung zusammengedrückt und die Düse unbrauchbar.

Schraubstock und Brechstange sind keine geeigneten Werkzeuge für Farbspritzpistolen. Sollten durch Unachtsamkeit bestimmte Teile festgeklebt sein, dann sofort an eine Vertragswerkstatt einsenden. Das beschriebene Abschmieren von Spritzpistolen gilt sinngemäß auch für komplette Heimwerkerspritzgeräte.

Bei kompletten Geräten wird besonders auf die Verschmutzung der Ansaugfilter und -stutzen hingewiesen. Schon beim Aufstellen der Geräte ist darauf zu achten, dass möglichst wenig Farbstaub vom Gerät angesaugt werden kann. Die Ansaugstellen sind nach jedem Einsatz zu kontrollieren. Angesammelter Farbstaub ist vor dem Aushärten zu entfernen. Bei allen Spritzgeräten gilt der Grundsatz: Je besser die Pflege nach Beendigung der Spritzarbeiten ist, desto kürzer ist die Vorbereitungszeit vor dem nächsten.
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Tags: farbspritzen, spritzen, streichen, spritzpistole, beschreibung, farbe

 
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