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baunochmal


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Fachwissen: Färben von Hölzern
Verfasst am: 14.12.2008, 19:45

Unter Färben von Hölzern versteht man das Auftragen von Farbstofflösungen, die nur wenig in das Holz eindringen. Dabei nehmen die hellen, weichen Partien des Frühholzes mehr Farbstoff auf als die Spätholzstellen, so dass ein negatives Holzbild entsteht.

Durch das Einfärben verschiedener Hölzer mit Naturfarbstoffen versuchten die italienischen Intarsienschneider schon im 16. Jahrhundert, die Wirkung ihrer Arbeiten zu steigern. Als Ende des 17., Anfang des 18. Jahrhunderts für die damals weitverbreitete farbenfreudige Intarsie die Farbskala der natürlichen Holzfarbtöne nicht mehr ausreichte, erlebten die Färbetechniken ihren Höhepunkt. Die importierten Edelhölzer waren sehr teuer und wiesen nicht alle Farbtöne auf, die benötigt wurden. Aus wirtschaftlichen und ästhetischen Gründen musste man also die Hölzer künst

lich auf den gewünschten Farbton bringen. Man tauchte helle Hölzer, wie Ahorn oder Weißbuche, in' spezielle Farbbäder, kochte sie mehrere Tage oder überstrich sie mit heißen Farbbrühen. Dadurch gelang es, die kostbaren exotischen Hölzer zu imitieren bzw. neue Farbtöne, wie Blau, Rot oder Grün, zu entwickeln.

Die dazu verwendeten Farbstoffe waren pflanzlicher, tierischer oder mineralischer Herkunft. Sie wurden zumeist aus Farbwurzeln, Pflanzensäften oder exotischen Hölzern, die in ihren Zellen viele Farbstoffe enthalten, gewonnen. Zur Erzielung eines roten Farbtons kochte man z. B. Brasilholzspäne in einer Sodalösung — die entstandene Farblösung wurde auf das Holz aufgetragen. Grüne Töne erreichte man auf der Basis von Grünspan, blaue mit dem Pflanzenfarbstoff Indigo, braune mit einem Absud aus grünen Walnußschalen, gelbe aus einer Mischung von Berberitzenfriichten und Safran.

Bei all diesen Farbstoffen gab es zwei Nachteile: ihre geringe Eindringtiefe in das Holz und ihre Lichtempfindlichkeit. So sind durch jahrelange Lichteinwirkung oder gedankenloses Zurückschleifen der Furniere häufig die ursprünglichen kräftigen Farbtöne an den Intarsien alter Möbel verblaßt.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verloren die natürlichen Farbstoffe durch die synthetisch hergestellten Teerfarbstoffe ihre Bedeutung. Die noch heute gebräuchlichen Holzfarbbeizen bieten die verschiedensten Farbtöne. Sie werden in saure und basische Farbstoffe unterteilt. Die sauren Farbstoffe sind wasserlöslich, relativ lichtecht, untereinander mischbar und einfach in der Verarbeitung. Die basischen Farbstoffe sind in der Mehrzahl spirituslöslich, eignen sich gut zum Nachfärben schadhafter Stellen am Möbel, als Färbemittel für Polituren und Lacke sowie zum Färben kleinerer Gegenstände im Tauchverfahren. Sie trocknen jedoch sehr schnell und lassen sich deshalb auf großen Flächen schwer gleichmäßig verteilen — außerdem verblassen sie unter Lichteinwirkung. Saure und basische Farbstoffe sind untereinander nicht mischbar.

In der Oberflächenbehandlung der Möbel spielen heute Teerfarbstoffbeizen eine entscheidende Rolle. Ihre Nachteile (keine optimale Lichtechtheit, Beständigkeit und Eindringtiefe) werden durch die vorteilhafte Anwendung und problemlose Verarbeitung ausgeglichen.

Um den gewünschten Farbton zu erreichen, setzt man von allen Farbtönen (nach Gebrauchsanweisung) Stammlösungen an, die untereinander gemischt werden können. Für die Bestimmung der gewünschten Farbe ist der noch nasse Farbton anzunehmen. Die meisten Farbstoffe werden zwar nach dem Trocknen heller, durch die weitere Oberflächenbehandlung mit Schellack, Mattine oder Klarlack erscheinen sie jedoch wieder dunkler, und auch die Holzstruktur kommt wieder richtig zum Vorschein.

Vor jeder Färbung sind Proben auf der gleichen Holzart vorzunehmen, und das zurechtgelegte Werkstück ist vom Schleifstaub gründlich zu reinigen. Mit dem Pinsel oder Schwamm werden Farbstoffbeizen gleichmäßig und satt in Faserrichtung des Holzes zweimal aufgetragen und nach kurzer Einwirkung mit einem großen Pinsel verrieben. Um Spritzflecke an stehenden Flächen zu vermeiden, muss von unten nach oben 'gestrichen werden.
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Tags: holz, nachteile, intarsien, möbel, schleifstaub, schellack

 
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