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baunochmal
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Fachwissen: 15 Regeln zum Beizen von Holz
Verfasst am: 16.12.2008, 18:09 |
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Beizen ist ein chemischer Vorgang. Der Farbton der Beizflüssigkeit lässt nicht auf das Aussehen des gebeizten Holzes schließen. Er entsteht in Verbindung mit dem Holz durch chemische Reaktionen von Beizlösungen mit Farbstoffen oder durch Vor- und Nachbeizen. Während des Beizvorgangs dringen die Chemikalien gleichmäßig tief in das Früh- und Spätholz ein, wodurch ein wirkungsvolles positives Holzbild entsteht.
Schon im 16. Jahrhundert versuchte man, mit beizenden Substanzen die Aufnahmefähigkeit des Holzes und die Eindringtiefe zu verbessern. Seit dem Mittelalter zählen deshalb Beizstoffe, wie Pottasche, Essig, Alaun und Ammoniak, zu den am häufigsten verwendeten Beizstoffen. Durch sie konnte der nachfolgende Farbextrakt besser einwirken. Neben der beizenden Wirkung beeinflußten diese Stoffe bei ihrer Reaktion mit den Farblösungen -auch den entstehenden Farbton. So ergab z. B. ein Auszug aus Rotholz (Brasilholz) mit Pottasche ein kräftiges Dunkelrot, dagegen mit Essig eine gelbe Holzfärbung. Neue Möglichkeiten, das Holz zu beizen, ergaben sich aus den im Holz vorhandenen Farbstoffen, die durch einen chemischen Prozeß in ihrer Wirkung verstärkt wurden. Vorläufer dieser chemischen Beizung war das sogenannte „Räuchern", ein Verfahren zur künstlichen Alterung des Holzes. Dafür verwendete man Hölzer mit hohem Gerbstoffgehalt (z. B. Eiche). In einem geschlossenen Raum oder einer Kiste wurden offene Schüsseln mit Ammoniak aufgestellt und die zu räuchernden Holzteile dazugelegt. Je nach Reaktionsdauer der Ammoniakdämpfe mit der Gerbsäure der Eiche erhielt man einen gleichmäßigen Alterungston von grauer bis dunkelbrauner Färbung. Für den Laien ist dieses einfache Verfahren mühelos anwendbar und das Ergebnis wirkungsvoll. Der Gerbstoffgehalt ist bei den verschiedensten Holzarten oft ungleichmäßig und unterschiedlich im Holz verteilt.
Durch sogenanntes Vorbeizen führte man dem Holz die notwendige Gerbsäure zu. Als Vorbeizen wurden Tannin und Pyrogallussäure als wässrige Lösung auf das Holz aufgetragen und über Nacht stehengelassen. Während Pyrogallussäure synthetisch hergestellt wurde, gewann man Tannin aus Eichenrinde, Eicheln und Galläpfein. Durch die chemische Reaktion der Vorbeizen mit der aufgetragenen Nachbeize, die meist aus wäßriger Metallsalzlösung (z. B. Kupfersulfat, Nickelchlorid, Zinkchlorid, Eisenchlorid oder Kaliumchromat) bestanden, erhielt man die verschiedensten lichtechten Farbtöne. Beispielsweise entstanden mit einer Vorbeize aus Tannin und einer Nachbeize aus Kaliumchlorid je nach Stärke der Lösung gleichmäßig gelbbraune bis dunkelbraune Holzfarbtöne. Der Nachbeize zugesetztes Ammoniak erhöhte die Beizwirkung und die Eindringtiefe. Wenn die Vor- und Nachbeizen unterschiedlich kombiniert und ihnen Farbstoffe zugesetzt wurden, entstand eine Vielzahl von Farbnuancen. Die Vorteile des Beizens gegenüber dem Färben sind Lichtechtheit und Beständigkeit der Farbtöne, große Eindringtiefe und das Hervorheben der natürlichen Maserung des Holzes. Die zum Teil komplizierten Beizverfahren erfordern allerdings einige Erfahrungen und Übungen. Bei einer fachgerechten Restaurierung von historischen Möbeln muss der Restaurator entscheiden, welche der alten Beiz- oder Färbetechniken anzuwenden ist. Voraussetzung dafür ist eine genaue Kenntnis der Reaktionen unterschiedlicher Beizlösungen im Zusammenwirken mit den meist natürlichen Farbstoffen auf dem jeweiligen Holzstück.
Beizregeln
- Jedes Werkstück, das gebeizt werden soll, muss 24 Stunden in einem warmen Raum (von mindestens 20 °C) stehen, damit sich die Poren des Holzes öffnen
- und die Beizlösung besser eindringen kann.
- Um Farbveränderungen zu vermeiden, sind sämtliche Metallbeschläge vor dem Beizen zu entfernen.
- Vor dem Auftragen der Beizlösungen sind sämtliche Flächen mit einer Bürste aus Messingdraht oder aus feinen, kurzen und straffen Borsten gründlich vom Schleifstaub zu reinigen.
- Vor jeder Beizung ist eine Beizprobe mit den passenden Überzügen anzufertigen. Dabei sind Warte- und Trocknungszeiten genau einzuhalten.
- Hirnholzflächen sind vor dem Beizen zu wässern, damit dort kein dunklerer Farbton entsteht.
- Setzt man die Beize selbst an, muss die Menge für die zu beizenden Flächen reichlich sein, denn bei einer Nachmischung entstehen Farbunterschiede.
- Farbbeizen müssen vor dem Gebrauch gründlich geschüttelt oder aufgerührt werden.
- Die Beizlösungen sind mit einem Pinsel oder 'Schwamm fließend aufzutragen, bis das Holz gesättigt ist.
- Zuerst muss in Faserrichtung eingestrichen werden, um ein Markieren der Querstreifen zu vermeiden.
- Durchgehende Rahmen- und Riegelteile müssen in einem Arbeitsgang gebeizt werden, damit keine Ansätze entstehen.
- Damit die Beize recht tief einziehen kann, muss das Holz nach wenigen Minuten (wenn die Fläche noch feucht ist) noch einmal gestrichen werden.
- Nach kurzer Einwirkung ist die aufgetragene Beize mit einem großen Pinsel oder Schwamm erst quer, dann in Faserrichtung zu verreiben.
- Fertig gebeizte Teile dürfen nicht an den Ofen oder in die Sonne zum Trocknen gestellt werden, weil sonst die Entwicklung des Farbtons verhindert wird.
- Metallringe am Pinsel zersetzen die Beize.
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