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baunochmal


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Alte Möbel: Profilleisten und Ornamente ergänzen
Verfasst am: 24.12.2008, 09:16

Die meisten Möbelschäden entstehen beim Transportieren. Besonders betroffen sind Möbel mit stark profilierten Leisten oder Ornamenten an Seiten und Türen. Lose Teile sollte man deshalb vor dem Transportieren immer abnehmen. Jedes beschädigte oder verlorengegangene Originalteil ist ein Verlust, der oft auch vom Fachmann schwer zu ersetzen ist.

Bevor man Teile, die ausgeleimt waren, neu befestigt, sind die alten Leimreste sorgfältig zu entfernen. Um gebrochene Teile wieder zu verbinden, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Je nach Art des Bruchs werden sie mit Dübeln gesichert und verleimt oder einfach wieder stumpf zusammengeleimt.

Die Leimfuge lässt sich durch Einsetzen von neuem Holz kaschieren. Geeignet sind sowohl tierische Leime als auch die modernen Kaltleime auf der Basis von Kunstharzdispersionen. Für Arbeiten, die, ein länger dauerndes Anpassen der Teile erfordern, verwendet man meistens Kaltleim, da der tierische Leim (Warmleim) sehr rasch verarbeitet werden muss. Bis der Leim angezogen hat, werden die Teile mit Schraubzwingen zusammengepreßt. Abgebrochene Ecken oder Kanten sind mit der gleichen Holzart, die auch die gleiche Oberflächenstruktur aufweisen soll, zu ergänzen. Die angesetzten Stücke müssen mit möglichst großer Klebefläche auf dem originalen Holz aufliegen, und zwar so, dass ihre Holzmaserung in derselben Richtung verläuft wie die des Originals.



Profilleisten

Profile sind Gestaltungs- und Schmuckelemente an Werken der Architektur und an Möbeln. Der Querschnitt zeigt eine Kombination von geraden und gerundeten Linien. Ausgehend von der Seitenansicht, unterscheidet man bei Metall zwischen Gesichts- und Walzprofilen sowie Profilstahl.

Profile dienen im Holzbau besonders in Form von Leisten als Verbindungsteile, als Abschluss (Schrankgesims) oder zur Belebung der Flächen. Profilleisten gibt es als Viertelstäbe, Hohlkehlen oder in zusammengesetzter Form. Plattenprofile findet man an alten Tischen in zahlreichen Varianten, heute werden eckige, gerundete oder schwach gebrochene Kanten und Schmalflächen bevorzugt.

Im voraus muss erwähnt werden, dass das Ergänzen von Profilleisten außer den Handwerkzeugen, wie Schnitzmesser und Bildhauereisen, die man sich eventuell von einem Fachmann ausleihen kann, einiges Geschick und handwerkliches Einfühlungsvermögen erfordert.

Bevor man eine Profilleiste ergänzt, ist genau zu überprüfen, aus welchem Holz die Profilleiste besteht. Häufig sind besonders in der Biedermeierzeit Profilleisten längs oder auch quer furniert worden. Diese Arbeiten erfordern besondere Fumiertechnik und sollten daher dem Fachmann überlassen bleiben.

Massivholzleisten

Zum Ergänzen von Massivholzleisten werden in der jeweiligen Holzart quadratische oder rechteckige Leisten zugeschnitten. Auf den beiden Hirnholzenden reißt man dann das Profil entsprechend der Originalleiste auf und verbindet die Linien von Hirnholz zu Hirnholz. Aus dem Rohling kann nun mit dem Putzhobel die Wölbung und mit dem passenden Stech- oder Bildhauereisen die Kehle herausgearbeitet werden.

Das Stech- oder Bildhauereisen wird dabei so lange an der angezeichneten Linie entlanggeführt, bis die richtige Tiefe der Kehle erreicht ist. Voraussetzung für das Gelingen des neuen Profils ist es, die richtige Form des Bildhauereisens

zu wählen und das Eisen so zu führen, dass nur ein dünner Span vom Holz abgenommen wird. Um scharfe Kanten innerhalb des Profils zu erreichen, ‘ritzt man mit dem Stecheisen oder einem Messer die zuvor mit dem Bleistift gezeichneten Linien ein. Dadurch wird das Ausreißen des Holzes beim Bearbeiten mit dem Bildhauereisen verhindert. Die Profilleiste wird dann mit einem feuchten Lappen abgewischt (gewässert), so dass sich nach dem Trocknen die Holzfasern aufrichten. Mit einem Holzklotz, der dem Profil (negativ) anzupassen ist, und Sandpapier lässt sich die Leiste sehr gut schleifen, und es entsteht eine glatte, ebene Oberfläche. Das Wässern und Schleifen kann bis zu dreimal wiederholt werden.

Bevor die neue Profilleiste angeleimt wird, muss sie gebeizt und poliert werden. Die Oberflächenbehandlung ist im jeweiligen Abschnitt näher beschrieben. Bei mißlungenen Arbeiten oder bei Verwendung von Ersatzmaterialien sind die Profilleisten nur mit geringer Leimangabe anzubringen. Sie lassen sich dann leicht wieder abnehmen und können von einem Fachmann zu einem späteren Zeitpunkt ergänzt werden.

Ornamente

An alten Möbeln bedecken Ornamente in großer Zahl und Vielfalt die Pfosten, Rahmen und Füllungen von Truhen, Schränken, Betten, Türen und Täfelungen. Sie sind das Produkt einer hochentwickelten Handwerkskunst, die von der Volkskunst nicht zu trennen ist.

Das Anfertigen von neuen Verzierungen erfordert jedoch große Erfahrungen.

Nicht immer ist es möglich, das Original von dem jeweiligen Möbelstück abzunehmen. Dann muss man die Form der Verzierung mit Hilfe eines Papieroder Pappmodells übertragen. Mit der Schere oder dem Messer werden sie so ausgeschnitten, bis sie sich dem Original genau anpassen. Oft ist es notwendig, von mehreren Seiten des Ornaments Modelle anzufertigen. Mit ihrer Hilfe kann die Form auf den Holzrohling übertragen werden. Auch mit Knetmasse lassen sich Teile eines Ornaments abformen. Diese Formteile müssen jedoch im Kühlschrank aushärten, ehe ihre Umrisse mit dem Bleistift auf den Rohling übertragen werden. Die Grundform des Ornaments lässt sich mit der Laubsäge (grobes Blatt) ausschneiden. Der Rohling wird mit der Feinsäge bis zu den verschiedenen Tiefen mehrmals eingeschnitten und mit dem Stecheisen die Form grob vorgeschlagen. Die Kehle muss mit einem passenden Hohleisen herausgestochen (gestemmt) und mit der Raspel oder Feile nachgearbeitet werden. Auch hier ist das Wässern, wie bei den Profilleisten, erforderlich. Geschliffen wird mit grobem bzw. feinem Sandpapier, das einmal gefaltet und am besten über die Fingerspitzen gelegt wird. Das richtige Einspannen des Werkstücks ist notwendig, um ein unfallfreies Arbeiten zu garantieren. Dazu kann der Rohling auf eine Holzplatte genagelt und die Nägel können versenkt werden. Kleine, flache Ornamente leimt man auf die Holzplatte auf (Papierverleimung). Dazu wird zwischen Holzplatte und Rohling ein Bogen Papier gelegt. Ist das Ornament fertig, kann es mit dem Stecheisen mühelos von der Holzplatte gelöst werden.

Häufig hat man bei Tischen die Beine gekürzt. Das sind Schäden, die kaum wiedergutzumachen sind, da es sehr schwer ist, neuangefertigte Stücke wieder haltbar an den vier Beinen anzubringen. Es wird immer eine Querfuge sichtbar bleiben, die den ästhetischen Wert des Möbels mindert. Bevor man sich die Arbeit macht, sollte man in ein Fachbuch für Tischlerarbeiten schauen. Wer einmal ein Stück Profilleiste oder ein Ornament neugefertigt hat, wird sorgsamer mit den alten Möbeln umgehen und auf jedes Stück, was abfällt, achtgeben. Denn das Original ist auch durch den geschicktesten Handwerker niemals zu ersetzen.
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Tags: möbel, holz, alte, leisten, eisen

 
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