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baunochmal
Anmeldedatum: 20.10.2008 Beiträge: 96
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Alte Möbel: Kein Klemmen oder Schleifen von Schubkästen
Verfasst am: 26.12.2008, 10:10 |
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Möbel bestehen aus einem konstruktiven Teil, der die Form bestimmt und sich den Eigenschaften des Holzes anzupassen hat, sowie aus einem Funktionsteil.
Möbelschieber
Möbelschieber sind zusätzliche Abstellflächen, die nach der Benutzung wieder in das Möbel eingeschoben werden. Man unterscheidet zwischen vollen Schiebern und Rahmenschiebern.
Volle Schieber sind in der Konstruktion einfach und bestehen meist aus Sperrholz mit umleimten Kanten. In der Regel lassen sie sich schwer bewegen, der Schieber klemmt. Hinzu kommt, dass er aufgrund seiner durchgehenden Dicke mit der Unterseite auf den Laufbohlen stark schleifen kann. Beliebter, da vorteilhafter hinsichtlich der Funktionsfähigkeit und auch wegen der vielfältigen Gestaltungsvarianten, sind Rahmenschieber. Sie bestehen aus einem Rahmen mit einseitig bündiger Füllung. Die Konstruktion des Rahmens weicht von der üblichen Form ab; gegen das durchgehende vordere Rahmenholz sind Seitenrahmen gesetzt, zwischen denen das hintere Rahmenstück liegt. Häufig sieht man Schieber mit Marmor- oder Glaseinlage. Ersterer verlangt einen dicken Rahmen, der zur Aufnahme der Marmorplatte mit einem Falz versehen ist. Die Platte soll etwa 2 mm unter der oberen Kante liegen, damit sie beim Gleiten des Schiebers nicht beschädigt wird. Bei einer Glasplatte hat der Rahmen noch eine Füllung, damit das Glas nicht bricht. Unter dem Glas befindet sich meistens noch eine Tucheinlage. Die Scheibe muss gleichmäßig auf der ebenen Unterlage (Füllung) liegen . Unebenheiten der Füllung lassen sich mit schmalen Papierstreifen ausgleichen.
Vorstehende Dübel, die nicht eingeleimt sind, 'verhindern, dass der Schieber zu weit ausgezogen wird. Sie fallen oft heraus und müssen deshalb durch Dübel in der gleichen Dicke ersetzt und ebenfalls ohne Leim stramm in das vorhandene Dübelloch eingeschlagen werden.
Bereits beim Aufstellen des Möbels sollte man darauf achten, dass Schieber, Schubkästen, Klappen und Türen sich mühelos herausziehen bzw. öffnen lassen. Ein Pappstreifen unter dem entsprechenden Bein reicht meistens aus, um das Klemmen zu beheben. Genügt das jedoch nicht, ist mit Paraffin (Wachskerze) an den Klemmstellen zu wachsen, die an den Schleifspuren leicht erkennbar sind . Oft hilft jedoch nur das Abschleifen mit Sandpapier oder die behutsame Anwendung des Putzhobels. Ist der Schieber furniert, muss besonders vorsichtig gearbeitet werden.
Schubkästen
Der Schubkasten ist wohl das strapazierteste Teil eines Möbels. Um das Schleifen oder Klemmen beseitigen zu können, sollte man sich zuvor sowohl die Konstruktion des Kastens als auch die des Möbels insgesamt genau anschauen. Verdeckt das Schubkastenvorderstück die Schrankseiten, so sind die Kastenseiten in das Schubkastenvorderstück eingegratet. Damit die Kästen an den Korpusseiten nicht schleifen, hat man die Seiten weit hineingedrückt und Streichleisten zwischen Kasten und Möbel eingepaßt. Fehlen Leisten, sind sie entsprechend der jeweiligen Holzart — es wird überwiegend Eiche und Buche sein — zu ersetzen. Die Maße lassen sich von den Druckstellen der alten Streichleisten abnehmen. Als Leim ist Holzkaltleim zu empfehlen. Mit Sandpapier werden zu starke Leisten etwas nachgeschliffen, bei geringem Widerstand genügt Paraffin.
Der überfalzte Schubkasten springt vor und schließt staubdicht ab. Er wurde in Verbindung mit der überfalzten Tür angewendet. Der Schubkasten liegt auf einem Laufbodenralimen auf, der durch die Hin- und Herbewegung häufig ausgeschliffen wird. Diese Stellen sollten sorgfältig mit einem Stecheisen ausgestemmt und durch ein neues Stück der gleichen Holzart ergänzt werden. Der Kastenboden ist im Seiten- und Vorderstück eingenutet und am Hinterstück festgeschraubt oder -genagelt. Zieht man die losen Schrauben etwas an, bekommt der Kasten wieder seinen festen Halt.
Dies geschieht in den meisten Fällen am Kastenvorderstück unten, oben müßte erst das Schloß tiefer gesetzt werden. Auch hier läuft der Schubkasten auf einem Laufbodenrahmen; er ist für das Schubkastenvorderstück ausgefalzt. Klemmt der Kasten, hilft ein Nacharbeiten des Falzes mit Sandpapier. Runde Schubkastenseiten können mit dem Putzhobel leicht bestoßen werden.
Bei gezinkten Eckverbindungen führt man den Hobel so, dass keine Hirnholzflächen ausbrechen. Es ist auch möglich, die Kastenseiten von oben abzuschleifen. Stören die durch die Bearbeitung hell gewordenen Stellen, kann durch etwas Beize leicht Abhilfe geschaffen werden.
Oft wurde der Kastenboden aus Kiefernholz verleimt und auf den Seiten und dem Vorderstück aufgenagelt. Dazu verwendete man aus Eichenholz hergestellte Nägel und Warmleim (Knochenleim).
Durch Temperaturschwankungen lösen sich die Holznägel und verursachen tiefe Rillen im Laufbohlenrahmen. Sie werden vorsichtig herausgezogen und wieder neu eingeleimt; fehlende Holznägel müssen in der gleichen Holzart ergänzt werden.
Um die seitliche Reibung der Kulissenglieder zu verringern und bei leichtem Verziehen ein Klemmen zu vermeiden, sind die Schleifflächen ausgegründet. Beim Herausziehen läuft der Schubkasten bzw. Zug zunächst bis zur Hälfte in dem Kulissenglied a. Dann wird dieses durch einen etwa 5 mm aus dem Kastenglied vorstehenden Stoppdübel, der in einer Nut b läuft, mitgenommen. Um bei dieser komplizierten Aufhängung das Klemmen zu beseitigen, werden lange schmale Falze nacheinander mit eingeschoben. Wo das nicht möglich ist, muss man die Falzleisten mit Sandpapier nachschleifen.
Ist der Fußboden uneben, muss zwangsläufig die Schranktür klemmen. Bei sehr breiten Schränken hilft gegen das Durchhängen das Anbringen von zwei Füßen in der Mitte unter dem Sockel oder auch das Unterleimen und Festschrauben einer Leiste, die etwas nach oben gekrümmt sein sollte. Sie stützt den Schrankboden zusätzlich: Dicke 24 mm, Breite 60 mm und mehr.
Durch mehrfaches und behutsames Probieren lässt sich ermitteln, in welcher Stellung sich alle Türen leicht öffnen lassen. Die Arbeit erfordert etwas Geduld, der untergeschobene Holzspan oder Papierstreifen darf weder zu dünn noch zu dick sein. Hilft diese Methode nicht, dann sind die Türen gequollen oder haben sich verzogen.
Schreibschrankklappen
Schreibschränke vereinigen Bücherschrank und Schreibtisch in einem Möbelstück. Die Klappe ist entweder im geschlossenen Zustand senkrecht oder schrägliegend angeordnet. Geöffnet muss sie waagerecht liegen und mit dem dahinterliegenden Boden eine Ebene bilden. Die feste sichere Lage wird durch verschiedene Bauarten erreicht. Bei vorstehendem Unterteil kann die Platte auf dem Blatt aufliegen, wenn keine polierte Fläche vorhanden ist. Bei einfacheren Ausführungen erfüllen Schiebeleisten, die vor dem Öffnen der Klappe herausgezogen werden, den gleichen Zweck. Eine weitere Stützung der Klappe kann durch Scheren oder Spezialbeschläge erfolgen. Die Klappen sind mit Zapfenbändern oder Scharnierbändern, die besonders kräftig ausgebildet sind, angeschlagen. Aufgrund der starken Beanspruchung der Bänder ist die Möglichkeit des Klemmens sehr groß. Die Schrauben der Bänder sind auch hier wie bei den Türen nachzuziehen oder durch längere auszuwechseln. _________________
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