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baunochmal
Anmeldedatum: 20.10.2008 Beiträge: 96
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Alte Möbel: Holzschützende Maßnahmen
Verfasst am: 14.12.2008, 19:27 |
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Holz bietet aufgrund seiner Zellulose- und Hemizellulosebestandteile und wegen seines ständigen Feuchtigkeitsgehalts günstige Lebensbedingungen für Pilze und Insekten.
Insektenbefall
Als Holzwurm werden volkstümlich verschiedene Arten von Käfern bezeichnet, deren Larven sich in das Holz bohren und darin leben, bis sie ausgewachsen sind. Durch die von ihnen gebohrten Gänge wird die Holzsubstanz zerstört, wobei an den befallenen Möbeln äußerlich zunächst nichts zu erkennen ist. Unmittelbar unter der Holzoberfläche verweilen die ausgewachsenen Larven und verpuppen sich in den Hohlräumen. Die nach einigen Wochen geschlüpften Käfer fressen sich dann durch die Oberfläche und fliegen aus. Bevorzugt befallen werden weiche Hölzer, wie Linde und Pappel, sowie der weichere Splint von Harthölzern. Die in Möbeln, Skulpturen und anderen Gegenständen aus Holz am häufigsten vorkommenden Schädlinge sind Anobien. Hierzu zählt z. B. der Klopfkäfer, der sowohl Laub- als auch Nadelhölzer befällt. Hohe Luftfeuchtigkeit und mäßige Temperaturen (22 bis 23 °C) begünstigen die Larvenentwicklung.
Das Klopfen des Holzwurms entsteht dadurch, dass die Männchen mit dem Kopfschild gegen das Holz schlagen. Im Unterschied zu den Anobien befallen die Splintholz- und Parkettkäfer nur Laubholz. In Europa haben sich diese Schädlinge, die Möbel, Holztäfelungen, Treppengeländer und Parkett befallen, sehr stark verbreitet. Sie gedeihen bei niedriger Holzfeuchte, z. B. bei Möbeln in zentralbeheizten Räumen. Die Larven gehen nur Splintholz an, das sie in kürzester Zeit bis auf eine dünne Außenschicht völlig zu Holzmehl verarbeiten.
Maßnahmen
Damit ein Befall möglichst frühzeitig erkannt wird, sollte man die alten Möbel im Frühjahr und im Sommer auf neue Ausflugslöcher und frisches Bohrmehl untersuchen. (Ausfluglöcher allein sind kein Zeichen für noch lebende Schädlinge im Holz.) Helles Bohrmehl lässt auf aktiven Wurmbefall schließen. Ist das Mehl dunkelbraun, sind die Schädlinge bereits ausgestorben. In Neubauwohnungen werden Möbel, Holzskulpturen u. a. in der Regel nicht von Holzschädlingen befallen. Ein Neubefall tritt eigentlich nur auf, wenn in dem Gebäude Holz bereits befallen wurde oder Schädlinge eingeschleppt worden sind. Flüssige Holzschutzmittel sind in der Regel kombinierte Atem, Fraß- und Kontaktgifte mit gleichzeitig fungizider Wirkung. Werden Holzschutzmittel nicht fachgerecht eingesetzt und verarbeitet, können sie an Kunstwerken irreparable Schäden (Verfärbungen, Anlösen von Mal- und Fassungsschichten usw.) verursachen. Der Laie sollte deshalb vor der Behandlung der Möbel mit Holzschutzmitteln möglichst einen Restaurator konsultieren. Bei wertvollen Kunstgegenständen sollte auf jeden Fall ein Fachmann holzschützende Maßnahmen durchführen.
Bei einer wurmstichigen hochglanzpolierten Kommodenseite oder einem Kommodenblatt sollten nur die Innenflächen ein- bis zweimal mit Holzschutz Insektizid gestrichen werden, da sonst auf den polierten Flächen Ölflecke entstehen. Besonders furnierte Möbel sind generell von innen mit Holzschutzmitteln zu behandeln, es sei denn, man unterzieht die Möbel einer mühevollen Prozedur, indem man das Holzschutz Insektizid in die Würmlöcher spritzt. Diese Methode ist auch bei furnierten Möbeln, deren Innenraum schwer zugänglich ist, unerläßlich.
Eventuell auf die Politur tropfendes Holzschutzmittel muss sofort mit einem Lappen entfernt werden. Bei Stuhl, Tisch- und Schrankbeinen ist das Holzschutz Insektizid ebenfalls einzuspritzen. Rückwände, Einlegeböden und Kastenseiten bestehen vorwiegend aus Massiv Eiche, -Kiefer oder -Buche (nicht furniert) und können somit von beiden «Seiten mit Holzschutz Insektizid behandelt werden. Die Möbel sollten 1 bis 2 Wochen nach der Behandlung auslüften, bevor sie in den Wohnraum gestellt werden.
Pilzbefall
Der Hausschwamm benötigt 20 % Holzfeuchte, am besten gedeiht er bei 30 bis 40 %. Zunächst entstehen Sporen, die Oberfläche mit einem spinnwebartigen Gewebe (Oberflächenmyzel) überziehen. Aus diesem entwickeln sich dann die Fruchtkörper. Wesentliche Kennzeichen des Hausschwamms sind:
- dicke löschpapierartige, leicht vom Holz lösbare graue oder weißgraue Häute, die sich ggf. in radialer Richtung spalten, und
- scheiben- oder konsolartige, fleischige Fruchtkörper mit weißem Rand und rotbraun gefärbter, runzliger Innenfläche.
Wird der Hausschwamm nicht rechtzeitig erkannt und intensiv bekämpft, zerstört er das Holz so gründlich, dass es bald in bröcklige, rotbraune Würfel zerfällt.
Maßnahmen
In Räumen mit geringer Luftfeuchte ist Pilzbefall nahezu ausgeschlossen. Befallene Gegenstände werden zunächst in einem Raum, dessen Feuchtigkeit nicht unter 55 % liegen soll, getrocknet. Bereits angegriffenes Holz wird nach dem Trocknen am besten im Freien abgebürstet. Möbel werden nur vom Schwamm befallen, wenn die Wände bzw. der Fußboden bereits angegriffen sind.
Luftfeuchtigkeit
Holz nimmt i. allg. den Feuchtigkeitsgehalt seiner Umgebung an, d. h., wurde es im Freien getrocknet und kommt später als Möbel in zentralbeheizte Wohnungen ohne künstliche Luftfeuchtigkeit, muss das Holz zwangsläufig schwinden. Das kann verschiedene Schäden zur Folge haben, z. B. könne Füllungen oder Bretter, die in Rahmen gefügt sind, herausfallen, aufgeleimte Furniere sich vom Blindholz lösen oder Blasen bilden. (Blindholz schwindet mehr als das Furnier.) Auch eingelegte Furniere mit geringer Schwindneigung sowie nicht schwindende Teile, wie Metall- und Perlmutteinlagen, können sich ablösen.
Zu hohe Luftfeuchtigkeit der Umgebung bewirkt ein Quellen des Holzes, begünstigt das Wachstum holzzerstörender Pilze, die Zersetzung von Leder und Bezugsstoffen durch Mikroorganismen sowie das Rosten eiserner Beschläge. Außerdem nimmt die Klebefähigkeit des Leims ab. Durch das hinzukommende Schwinden des Holzes treten Spannungen auf, die zum schnelleren Lösen verleimter Verbindungen führen.
Maßnahmen
Möbel, Antiquitäten und Kunstwerke aus Holz brauchen möglichst eine gleichbleibende relative Luftfeuchtigkeit zwischen 55 und 65 %. (Bei 100 % relativer Luftfeuchtigkeit ist die Luft völlig mit Wasserdampf gesättigt, bei 50 % enthält sie nur noch die Hälfte der Wasserdampfmenge, die sie maximal aufnehmen kann.) Die einfachsten Luftbefeuchter sind die an den Heizkörpern angebrachten sogenannten Verdunster. Sie bestehen aus einem flachen Wasserbehälter mit einer saugenden Pappe, in der das Wasser hochsteigt und durch die Heizkörperwärme verdunstet. In vielen Fällen reicht die Wasserdampfmenge nicht aus, um die notwendige relative Luftfeuchtigkeit zu gewährleisten. Günstig sind Verdunster mit großer Verdunstungsoberfläche. Deshalb sind z. B. Wasserbehälter aus Ton, wie sie früher oft zwischen den Heizkörperrippen hingen, nutzlos. Weit wirksamer als Verdunster an den Heizkörpern und deshalb auf jeden Fall vorzuziehen sind elektrische Luftbefeuchter, die in verschiedenen Größen angeboten werden. Damit kann man sowohl einen kleinen Wohnraum als auch große Ausstellungsräume in Museen befeuchten. Zahlreiche Geräte sind mit einem sogenannten Hygrostat, einem Feuchtigkeitsmesser, der das Gerät abschaltet, wenn die relative Luftfeuchtigkeit unter den SollWert absinkt, ausgestattet oder können daran angeschlossen werden.
Möbel sollten nicht in der Nähe von Heizkörpern oder Öfen stehen. In nicht ständig geheizten Räumen ist darauf zu achten, dass die Raumtemperatur nach dem Anheizen nur langsam ansteigt. Man vermeidet dadurch kurzzeitige erhebliche Feuchtigkeitsschwankungen. In gerade erst fertiggestellten Gebäuden oder in Räumen mit hoher Wandfeuchtigkeit dürfen die Möbel nicht dicht an die Wände gestellt werden, damit sich dazwischen keine Zone stehender, sehr feuchter Luft bilden kann.
Licht Politur und Farbe alter Möbel leiden unter intensiven Lichteinwirkungen. Vor allem der ultraviolette Anteil des Tageslichts verändert die natürliche Farbe vieler Hölzer. Die Intarsien der Möbel des 17. und 18. Jahrhunderts sind oft mit lichtempfindlichen Pflanzenstoffen gebeizt, die sehr rasch ausbleichen. Auch die Lebensdauer der Möbelbezugsstoffe wird durch Licht wesentlich verkürzt. _________________
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