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baunochmal


Anmeldedatum: 20.10.2008
Beiträge: 96

Alte Möbel: Festigen loser Furniere
Verfasst am: 16.12.2008, 17:52

Lose bzw. aufgeworfene Furniere — überwiegend durch Feuchtigkeit oder durch den Transport verursacht — zählen wohl zu den häufigsten Schäden an Möbeln. Oft sind die Blätter von Kommoden, Tischen und Vertikos davon betroffen, weil sie mit Vasen oder Blumentöpfen dekoriert wurden. Durch unvorsichtiges Gießen der Blumen entstanden häßliche Ränder, oder das Furnier löste sich. Auch das Abstellen von heißen Kaffeekannen, Töpfen oder Tellern schadet dem Furnier — es bilden sich dann sogenannte Kirchner (Beulen, Blasen), weil sich der Warmleim, mit dem das Furnier aufgeleimt wurde, gelöst hat.

Zunächst sollte überprüft werden, ob die Oberfläche (Politur) noch in einem guten Zustand ist. Das lose Furnier ist dann mit einem nassen Lappen oder einer Pipette anzufeuchten, damit es geschmeidig wird, um mit einem Spachtel oder einem dünnen Messer Leim unter die losen Stellen geben zu können, ohne dass das Furnier ausbricht . Als Leim empfiehlt sich Holzkaltleim. Der aus den Fugen quellende Leim muss sofort mit einem feuchten Lappen abgewischt werden. Dann werden 5 Lagen Seidenpapier zugeschnitten, die auf allen Seiten 2 cm größer als die Schadstelle sein müssen. Auf die mit Seidenpapier abgedeckte Stelle wird nun ein etwa genauso großer Holzklotz (Beilage) gelegt. Um den notwendigen Druck zu erreichen, ist eine bzw. sind mehrere Zwingen anzusetzen. Die Zwingen dürfen dabei nicht verkanten, denn der Druck muss genau auf die Schadstelle ausgeübt werden.

Sollten nur Stahlzwingen vorhanden sein, müssen zwei Holzklötze oben und unten zwischen Zwinge und Objekt gelegt werden, um Druckstellen auf dem Furnier zu vermeiden. Die Zwingen sind mit einem mäßigen Druck anzusetzen. Das Arbeiten mit Zwingen ist nur begrenzt möglich, da damit lediglich eine Tiefe von etwa 12 cm erreichbar ist. Befinden sich die Schäden in der Mitte des Tischblatts, sind die betreffenden Stellen durch Gegenstände, z. B. ein altes Bügeleisen oder einen großen Eisenhammer, zu beschweren.

Stehen mehrere Zwingen und Holzklötze sowie Holzleisten zur Verfügung, ist es möglich, an mehreren Stellen des Blatts mit Hilfe einer dicken Holzleiste, die , als Brücke benutzt wird, einen Druck auf das Furnier auszuüben. Die Holzleiste wird quer über das Tischblatt gelegt und an beiden Enden mit Zwingen befestigt. Die Leiste sollte durch Holzklötze etwas erhöht werden. So kann auf jeden Punkt der Tischplatte ein Druck ausgeübt werden. Nach 24 Stunden ist der Leim abgebunden (getrocknet), und die Zwingen bzw. Gegenstände können entfernt werden. Der Holzklotz lässt sich mühelos vom Seidenpapier abheben, da der ausgetretene Leim nicht durch die 5 Lagen Seidenpapier dringt. Das Papier, das jetzt noch auf der Oberfläche festklebt, wird mit dem Lappen angefeuchtet und kann

nach einiger Zeit vorsichtig mit dem Fingernagel oder Messer abgerieben werden. Sind alle Schäden beseitigt worden, ist die Behandlung der Oberfläche mit einem Möbelpflegemittel empfehlenswert.


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Tags: furnier, möbel, furniere, alte, altes

 
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