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baunochmal


Anmeldedatum: 20.10.2008
Beiträge: 96

Alte Möbel: Beseitigen von Flecken
Verfasst am: 18.12.2008, 21:34

Durch das Abstellen von Gegenständen muss sich nicht gleich das Furnier lösen, auch Flecke sind hässlich und unansehnlich.

Am häufigsten entstehen Wasser, Fett, Tinten, Stock- und Brandflecke. Sind radikale Methoden nicht notwendig, kann man sich auch mit Bleichmittel helfen. Eine Tablette, in 100 ml Wasser gelöst, ergibt eine 0,34%ige WasserstoffperoxidLösung, mit der die zu bleichenden Stellen bestrichen werden. Dann lässt man die Lösung einwirken. Auch hier ist der Vorgang ggf. mehrmals zu wiederholen. Danach werden die betroffenen Oberflächenpartien mit Wasser nachgewaschen und trockengewischt.



Wasserflecke

Wasserflecke entstehen nur, wenn Feuchtigkeit längere Zeit auf die Oberfläche einwirkt. Bei alten Möbeln ist der Oberflächenschutz (Schellack- oder Wachspolitur) durch Abnutzungserscheinungen gering, so dass die Feuchtigkeit schnell durch die Politur dringt. Bei Eichenholzmöbeln, die um die Jahrhundertwende entstanden, ist die Oberfläche mit einer dünnen Schellackpolitur weggewischt. (Die Poren sind offen.) Diese Schellackschicht wird von den betroffenen Stellen mit 'feinem Sandpapier, Körnung 280, abgeschliffen. Sollte sich das Furnier vom Grundholz lösen, muss es wieder angeleimt werden (siehe hierzu „Festigen loser Furniere"). Das Furnier ist nur anzuschleifen, wenn es von der Feuchtigkeit bereits in Mitleidenschaft gezogen wurde. Dabei dürfen sich die geschliffenen Partien nicht stark aufhellen. Bevor sie mit einem schwach getränkten Öllappen (Uhrenöl — säurefrei) abgerieben werden, ist der Schleifstaub gründlich zu entfernen. Man probiert erst an einer möglichst verdeckten Stelle, um festzustellen, ob diese zu dunkel wird. Gegebenenfalls lässt man die Behandlung mit dem Öllappen weg.

Nachdem die mit Öl eingeriebene Stelle etwa 24 Stunden getrocknet ist, können mit einem Leinenlappen, der mit Schellack bzw. Möbelpolitur getränkt wurde, mehrere dünne Politurschichten in Abständen von etwa 30 Minuten aufgetragen werden. Das ist so lange zu wiederholen, bis die Fläche glänzt. Der mit Politur getränkte Lappen wird in einem verschlossenen Glas aufbewahrt, damit er nicht austrocknet. Bei einer hochglanzpolierten Fläche sind mehrere Politurschichten aufzutragen. Sollte die Oberfläche zu rauh sein, können die einzelnen Schichten leicht angeschliffen werden.

Fett- und Wachsflecke

Im allgemeinen können sich Fettflecke nur bilden, wenn die Politur stark abgenutzt (dünn) ist. Das Fett dringt in das Holz bzw. Furnier ein und verläuft, so dass sich durch kleine Mengen Fett ein verhältnismäßig großer Fleck im Furnier bzw. Holz bildet. Mit feinem Sandpapier werden die betreffenden Stellen angeschliffen, wobei zu beachten ist, dass die Schleifstelle nicht wesentlich größer als der Fettfleck sein darf.

Die angeschliffene Stelle wird mit einem Wattebausch, der mit Fleckentferner für Fettflecke (eigentlich für Textilien gedacht und in Drogerien oder Farbgeschäften erhältlich) getränkt ist, behandelt, und nach längerer Einwirkzeit (etwa 30 Minuten) wäscht man die Stelle mit einem benzingetränkten Lappen ab. Der Vorgang muss eventuell mehrmals wiederholt werden. Vorsicht bei der Behandlung: Fleckentferner ist ätzend! Bei weniger tief eingedrungenem Fett reicht das mehrmalige Auswaschen mit Benzin.

Umgestoßene oder heruntergebrannte Kerzen verursachen auf Furnieren häufig Wachsflecke. Sie können mit einem mäßig warmen Bügeleisen und Löschpapier, das über die Stellen gelegt wird, ausgebügelt werden.

Das Löschpapier saugt das durch die Wärme weich gewordene Wachs auf. Das Bügeleisen darf nur warm sein, sonst löst sich das Furnier. Die Oberflächenbehandlung wird wie bei der Wasserfleckbehandlung durchgeführt.

Tintenflecke

Aufgrund ihrer Farbintensität wirken Tintenflecke auf Möbeln sehr störend. Man findet sie auf Schreibtischen oder in Fächern von Schreibsekretären.

Zunächst ist mit grobem Sandpapier zu schleifen. Bei furnierten Flächen ist Vorsicht geboten, um nicht das Furnier, das eventuell schon durch frühere Behandlungen geschwächt wurde, durchzuschleifen. Mit einem Lappen, der mit Fleckentferner für Tinte getränkt ist, wird der Fleck behandelt. Ungefähr 15 Minuten muss der Fleckentferner einwirken. Dieser Vorgang ist unter Umständen mehrmals zu wiederholen. Anschließend werden die Stellen mit einem nassen Lappen gründlich nachgewaschen.

Nachdem sie ausgetrocknet sind, wird mit feinem Sandpapier nachgeschliffen. Schubkästen, deren Innenflächen Tintenflecke aufweisen, können mit Sandpapier und einem scharfen Stecheisen abgeschabt werden. Die Beseitigung von Tintenflecken ist sehr zeitaufwendig und nicht immer zufriedenstellend. Es ist jedoch schon ein Erfolg, wenn sie nicht mehr so farbintensiv sind.

Stockflecke

Stockflecke entstehen, wenn Feuchtigkeit durch die Oberfläche dringt, nicht entweichen kann und das Furnier dadurch dunkel bzw. schwarz färbt. Vasen z. B., deren Standflächen nach dem Erneuern des Wassers nicht gründlich abgetrocknet wurden, verursachen häufig solche Flecke. Entfernt man besagte Gegenstände nicht von der Deckplatte, kann die durchfeuchtete Stelle nicht richtig austrocknen.

Auch hier werden die betroffenen Stellen mit feinem Sandpapier geschliffen.

Brandflecke

Handelt es sich um Brandflecke, bei denen die Oberfläche verkohlt ist, verfahren wir wie bei der Behandlung anderer Flecke. Häufig zerstören Brandflecke leider das Furnier und sogar das darunterliegende Grundholz völlig. Verkohltes Grundholz muss vorsichtig mit dem Stecheisen oder dem Grundhobel scharfkantig ausgestochen werden. In der jeweiligen Holzart des behandelten Stücks ist dann ein neues Holzstück einzusetzen, um für das Deckfurnier einen festen Untergrund zu erhalten. Aufgrund der Materialien und spezieller Kenntnisse, die hierzu erforderlich sind, sollte man diese Arbeiten einem Restaurator überlassen.
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Tags: furnier, möbel, flecken, entfernen, holz, möbeln

 
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